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Religionspädagogische BeiträgeAngela Kaupp

Religionspädagogische Beiträge,

Angela Kaupp

Geschlechtersensibilität als unverzichtbare Dimension einer 'Religionspädagogik der Vielfalt'

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel argumentiert für die Integration von Geschlechtersensibilität als unverzichtbare Dimension einer inklusiven Religionspädagogik. Kaupp entwickelt vier Thesen zur Relevanz der Geschlechterkategorie im religionspädagogischen Diskurs und kritisiert sowohl die bisherige Vernachlässigung einer differenzierten Jungenforschung als auch einseitige Perspektiven auf Benachteiligung.

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Angela Kaupp plädiert dafür, Geschlecht als grundlegende Strukturkategorie in der Religionspädagogik zu verankern. Sie entwickelt vier zentrale Thesen: (1) Die Kategorie 'Geschlecht' bleibt religionspädagogisch relevant, trotz ihrer bisherigen untergeordneten Rolle in der Theorieentwicklung. (2) Während die Forschung zu weiblicher Religiosität fortgeschritten ist, fehlt eine vergleichbare differenzierte Untersuchung von Jungen und Männern, was die Entwicklung konsistenter Theorieentwürfe erschwert. (3) Die Wahrnehmung von Benachteiligungen gegenüber Jungen und Männern ist wichtig, darf aber nicht zu einer pauschalen Bevorzugung von Mädchen und Frauen führen – weitere Forschungen sind erforderlich. (4) Eine 'Religionspädagogik der Vielfalt' kann nicht von abstrakten Kategorien wie 'dem Menschen' oder 'den Kindern' ausgehen; Geschlecht muss wie Alter, Kultur oder Religion als Differenzkategorie berücksichtigt werden, wobei auch innergruppenale Heterogenität zu beachten ist. Der Artikel betont, dass geschlechtsbezogene Vorstellungen kulturell geprägt und historischem Wandel unterworfen sind. Sie argumentiert mit empirischen Beispielen (etwa Kommunionmodewerbung) für die Persistenz von Geschlechterstereotypen in der Sozialisation. Kaupp diskutiert theoretische Grundlagen, insbesondere die Unterscheidung zwischen biologischem Geschlecht (sex) und sozialisiertem Geschlecht (gender), sowie deren Bedeutung für religiöse Erziehungsprozesse. Sie zeigt, wie Gender Studies die religionspädagogische Reflexion bereichern können, und plädiert dafür, Geschlecht als Querschnittskategorie in der Heterogenitätsdebatte stärker zu berücksichtigen.

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