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Religionspädagogische BeiträgeAngela Kaupp

Religionspädagogische Beiträge,

Angela Kaupp

"Lernwerkstatt Fachdidaktik Religion”

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel beschreibt ein hochschuldidaktisches Modell an der Universität Koblenz, das im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung entwickelt wurde. Die Lernwerkstatt verbindet theologische Inhalte mit praktischer Unterrichtsvorbereitung und -durchführung zu Weltreligionen. Studierende erarbeiten Unterrichtsstunden, führen diese in Schulen durch und reflektieren ihre Erfahrungen systematisch, um ihr theologisches und didaktisches Wissen zu vertiefen.

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Der Artikel behandelt das Theorie-Praxis-Problem in der Lehramtsausbildung Religion in Rheinland-Pfalz, wo es im Gegensatz zu anderen Bundesländern weder Praxissemester noch fachdidaktische Hospitationsseminare für Nebenfächer gibt. Als Lösung wurde an der Universität Koblenz-Landau (seit 2023 Universität Koblenz) im Rahmen des Projekts MoSAiK eine einsemestrige Wahlveranstaltung im Masterstudium konzipiert, die Theorie und Praxis verschränkt. Das Modell besteht aus sechs aufeinander aufbauenden Phasen: (1) fachwissenschaftliche Inputphase zu Weltreligionen mit Erstellung von Essays zu religiösen Artefakten, (2) fachdidaktische Inputphase mit Diskussion interreligiöser Lernmodelle und des Konzepts „Lernen anhand von Zeugnissen", (3) selbstständige Projektphase mit Erstellung von Unterrichtsmaterial und Unterrichtsentwurf, (4) Präsentation und Reflexion des Entwurfs, (5) Erprobungsphase im Schulunterricht (teilweise videografiert), (6) abschließende Reflexion mit Seminarleitung. Die Begleitforschung nutzt qualitative Methoden, insbesondere Stimulated Recall mit Videoaufzeichnungen. Forschungsergebnisse zeigen, dass Studierende ihre fachdidaktischen Konzeptionen kritisch reflektieren können und hohe Reflexionsfähigkeit entwickeln. Fünf Masterarbeiten dokumentieren forschendes Lernen: Sie untersuchen das Theorie-Praxis-Verständnis, Kompetenzzuwachs, Unterrichtseinstiege, Lehrerkommunikation und Digitalisierung im Religionsunterricht. Das Modell trägt zur Steigerung theologischer und didaktischer Kompetenzen bei, fördert Eigenaktivität und Selbstreflexion, und ermöglicht differenzierte Auseinandersetzung mit religiöser Pluralität. Als Desiderate werden identifiziert: Verteilung auf zwei Semester, räumliche Etablierung einer echten Lernwerkstatt, und weitere Forschung zu gegenstandsbezogener Entwicklung, forschendem Lernen und Mindsets von Studierenden.

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