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Eulenfisch

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800 Jahre Zisterzienserkloster Marienstatt

Veröffentlichung:1.1.2012

Der Fachartikel ist im Heft ru heute unter dem Titel „800 Jahre Zisterzienserkloster Marienstatt“ enthalten und umfasst 2 Seiten. Der Beitrag gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung des Klosters Marienstatt von der Gründung im frühen 13. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Theologisch behandelt der Fachartikel vor allem Fragen nach der Beständigkeit klösterlichen Lebens in Krisenzeiten, nach der Bedeutung von Gebet und Arbeit, nach der Rolle des Klosters als Ort geistlicher Gemeinschaft, Seelsorge und Wallfahrt sowie nach der bleibenden Ausrichtung des monastischen Lebens auf Christus und Maria.

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Der Artikel schildert die Geschichte des Zisterzienserklosters Marienstatt als eine lange Entwicklung mit Krisen, Unterbrechungen und Neubeginnen. Ausgangspunkt ist die Gründung der Mönchsgemeinschaft um das Jahr 1212 durch Aleydis von Molsberg und Eberhard von Aremberg. Die Stiftung sollte sichern, dass die Familie der Gründer dauerhaft geistlichen Beistand durch die Zisterzienser erhielt. Zunächst wurde das neue Kloster auf dem Gebiet des heutigen Altenklosters bei Kirburg errichtet. Dieser Standort erwies sich jedoch als ungünstig, sodass die junge Gemeinschaft schon nach wenigen Jahren in eine schwere wirtschaftliche Krise geriet. Der Fortbestand des Klosters war bedroht. In dieser Situation erzählt die Überlieferung von einer Marienerscheinung, in der dem Abt Hermann aufgetragen wurde, im Tal der Nister nach einem neuen Ort zu suchen. Ein mitten im Winter blühender Weißdornstrauch habe die richtige Stelle angezeigt. Dort errichteten die Mönche ihr neues Kloster und nannten den Ort Stätte Mariens, also Marienstatt. Der blühende Weißdornzweig blieb bis heute das Zeichen des Klosters.

Im weiteren Verlauf beschreibt der Artikel die wechselvolle Geschichte der Abtei. Nach einer ersten Blütezeit wurde die Gemeinschaft im späten Mittelalter durch die Pest schwer getroffen. Später brachte die Reformation neue Spannungen mit sich. Die Klostergemeinde wurde gespalten, und Auseinandersetzungen mit weltlichen Herrschern belasteten das Leben des Konvents zusätzlich. Der Dreißigjährige Krieg führte zu erneuten Verwüstungen. Im Jahr 1625 plünderten schwedische Soldaten das Kloster, brachen in Kirche und Sakristei ein und raubten Vorräte und Wertgegenstände. Trotzdem gelang es Marienstatt mit Unterstützung des Mutterklosters Heisterbach, sich wieder zu stabilisieren. Unter Abt Benedikt Bach wurde das Kloster wirtschaftlich und geistlich neu geordnet. In dieser Zeit begann auch die barocke Umgestaltung der Kirche. Unter Abt Petrus Emons wurde der barocke Neubau vollendet, der die marode gotische Klosteranlage ersetzte.

Der Artikel zeigt dann, dass Marienstatt auch in der Neuzeit von politischen und militärischen Krisen nicht verschont blieb. Während der Revolutionskriege wurde das Kloster erneut geplündert. Französische Soldaten verwüsteten Gebäude und Kirche und bedrohten Mönche und Bauern. Diese Lage erschwerte ein geordnetes Gemeinschaftsleben erheblich. Im Oktober 1802 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation durch die Regierung von Nassau Weilburg aufgehoben. Die Mönche wurden vertrieben, nur drei Priestermönche durften bleiben. Die Gebäude wurden verkauft und teilweise industriell genutzt. Die Kirche wurde 1827 Pfarrkirche des neu errichteten Bistums Limburg und dadurch vor der Zerstörung bewahrt. Später gingen die Gebäude wieder in kirchlichen Besitz über. Verschiedene kirchliche Einrichtungen nutzten die Anlage, zunächst die Väter vom Heiligen Geist und später das Bistum Limburg mit einer Erziehungsanstalt für Jugendliche.

Ein neuer Abschnitt begann 1888, als Zisterzienser aus Wettingen Mehrerau das Kloster zurückkauften und wiederbesiedelten. Diese Wiederbegründung war die erste Wiederbesiedlung eines Zisterzienserklosters in Deutschland nach dem Kulturkampf. Die neue Gemeinschaft bemühte sich mit großem Einsatz um die Instandsetzung von Kirche und Gebäuden und um die Wiederaufnahme eines klösterlichen Lebens in der Tradition der Schweizer Zisterzienser. Dazu gehörten feierliches Chorgebet, nächtlicher Gottesdienst, Fasttage, Stillschweigen, Gebetsleben sowie handwerkliche und landwirtschaftliche Arbeit. Auch wissenschaftliche Arbeit gewann an Bedeutung. Es entstand eine gut ausgestattete Bibliothek. Zudem übernahmen die Mönche Aufgaben in der Pfarrseelsorge und in der Wallfahrt. Aus einer 1910 gegründeten Oblatenschule entwickelte sich später das heutige Private Gymnasium Marienstatt. Damit wurde das Kloster auch zu einem wichtigen Bildungsort.

Der Artikel erwähnt außerdem die Bedeutung einzelner Äbte für die Entwicklung des Klosters. Abt Dominikus Willi, später Bischof von Limburg, steht für die enge Verbindung zwischen Kloster und Bistum. Unter seinem Nachfolger Konrad Kolb ging es um wirtschaftliche Stabilisierung. Später wurde unter Abt Eberhard Hoffmann auch die Wiederbesiedlung anderer Klöster unterstützt, etwa Himmerod und Hardehausen. Dadurch wird deutlich, dass Marienstatt selbst zu einem Ausgangspunkt neuen klösterlichen Lebens wurde. Während der Zeit des Nationalsozialismus und nach dem Zweiten Weltkrieg litt die Gemeinschaft erneut unter schwierigen Bedingungen. Der Aufbau der Klosterschule nach 1945, die Rückkehr der Kriegsteilnehmer und der Rückgang der Konversen stellten das Kloster vor große Herausforderungen. Schließlich musste 1971 die klösterliche Landwirtschaft aufgegeben werden.

Zum Schluss beschreibt der Artikel die heutige Situation des Klosters. Das Leben der Mönche ist weiterhin von Gebet und Arbeit bestimmt. Sie bewirtschaften den Garten, übernehmen Aufgaben in Schule, Seelsorge, Wallfahrt, Verwaltung und Gästebereich und arbeiten mit vielen Mitarbeitenden zusammen. Wirtschaftliche Bereiche wie Buch und Kunsthandlung, Schule, Energieversorgung und Pilgergaststätte wurden neu organisiert, um den finanziellen Unterhalt zu sichern. Im Jubiläumsjahr zählt der Konvent 14 Mönche und zwei Novizen. Damit stellt der Artikel Marienstatt als ein Kloster dar, das trotz vieler Krisen seine geistliche Sendung bewahrt hat und bis heute in einer langen monastischen Tradition steht.

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