Jeff Astley untersucht die englische Phrase "Christian education" und deren mehrdeutige Bedeutung im anglikanischen Kontext. Er unterscheidet zwischen "education into Christianity" (Erziehung zum christlichen Glauben) und "education about Christianity" (Unterricht über das Christentum). Der erste Teil beschreibt das System anglikanischer Schulen in England: etwa 34% aller staatlichen Schulen haben einen religiösen Charakter, davon sind die meisten anglikanisch (ca. 4.700 Schulen mit etwa 1 Million Schülern). Diese gliedern sich in "voluntary aided" und "voluntary controlled" Schulen mit unterschiedlichen Governance-Strukturen. Offiziell verwenden diese Schulen oft konfessionelle Rhetorik, ohne diese jedoch wörtlich zu nehmen. Stattdessen wird ein offener, explorativer Religionsunterricht favorisiert, der Schülern Gelegenheit gibt, den christlichen Glauben kennenzulernen, ohne Proselytismus oder Bekehrungserwartung. Der zweite Hauptteil behandelt die theologischen Grundlagen der anglikanischen Kirche: ihre dispersed authority (verteilte Autorität) basierend auf Schrift, Tradition, Vernunft und Erfahrung; ihre Comprehensiveness (Umfassendheit), die katholische, protestantische und liberale Traditionen vereint; ihre Fokussierung auf Practice und Devotion statt Dogmatik; ihre Pragmatik und Toleranz gegenüber Unterschieden. Die Church of England ist als Nationalkirche eine parochialen (pfarreilichen) Kirche mit breitem gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstsein. Abschließend reflektiert Astley über die Implikationen für anglikanische Religionspädagogik: Sie sollte Inklusivität, intellektuelle Freiheit und kritisches Denken fördern, dabei aber die einzigartige Rolle von Lehrenden und die "Schwellenfunktion" der Schulen an der Schnittstelle zwischen Kirche und säkularer Welt anerkennen. Er fordert eine stärkere theologische Reflexion der anglikanischen Bildungspraxis ein.