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Religionspädagogische BeiträgeMirjam Schambeck

Religionspädagogische Beiträge,

Mirjam Schambeck

Wie träge Maschinen in Gang kommen

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel stellt die bibeltheologische Didaktik als Ansatz vor, der biblische Texte durch die Verschränkung von Exegese, Literaturwissenschaft und Religionspädagogik erschließt. Im Zentrum steht das Rezeptionsphänomen und die Frage, wie Lernende durch ihre Zugangsvoraussetzungen in ein Gespräch mit biblischen Texten kommen, das zu Bildungsprozessen führt. Der Titel lehnt sich an Umberto Ecos Konzept der "faulen Maschinen" an.

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Der Artikel entwickelt die bibeltheologische Didaktik als Planungsmodell für religiöse Bildungsprozesse. Ausgehend von Umberto Ecos Theorie der "faulen Maschinen" argumentiert Schambeck, dass Texte und Leser/-innen von Beginn an aufeinander verwiesen sind und der Sinn durch die Rezeption entsteht. Die bibeltheologische Didaktik unterscheidet sich von rein literaturwissenschaftlichen oder exegetischen Ansätzen dadurch, dass sie die Frage nach Lernmöglichkeiten von Anfang an mitdenkt. Der Artikel illustriert dies durch ein Experiment zur Nacherzählung des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter. Diese Erzählübung zeigt, wie Menschen Texte auf je eigene Weise speichern und deuten, beeinflusst durch ihre Lebenswelt, ihre Enzyklopädie und ihre Verstehergemeinschaft. Die bibeltheologische Didaktik arbeitet dabei in "zwei Welten": der Welt des Lesers und der Welt des Textes. Wenn diese produktiv aufeinander bezogen werden, bringen sie neues Verstehen hervor. Der Artikel entfaltet dann die Leserwelt in ihren verschiedenen Facetten: Lebenswissen, Enzyklopädie, Verstehergemeinschaft und konkrete Leseverfasstheiten. Parallel wird die Textwelt analysiert durch ihre Enzyklopädie, die intertextuelle Dimension und den "Kosmos" der Auslegungsgeschichte. Die bibeltheologische Didaktik integriert dabei bewusst die Erkenntnisse der historisch-kritischen Exegese, konzentriert sich aber auf die Endgestalt des Textes. Konkrete Analyseschritte umfassen die prozedurale Analyse (Vers für Vers), die strukturale Interpretation (Beziehung der Einzelerkenntnisse zum Ganzen) und die zusammenfassende Interpretation. Diese Schritte sollen es ermöglichen, die Bewegungen zwischen Text- und Leserwelt didaktisch fruchtbar zu machen und Menschen zu befähigen, sich zu Religion zu positionieren. Das Fazit betont, dass die bibeltheologische Didaktik komplexe Phänomene ernst nimmt: das Rezeptionsphänomen, die Polyvalenz biblischer Texte, die Rolle der Auslegungsgemeinschaften und den interaktiven Charakter von Verstehen. Sie bietet dadurch ein Operationalisierungsmodell, das bildungstheoretische, religionspädagogische, literaturwissenschaftliche und exegetische Ansprüche integriert.

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