Florian Mayrhofer stellt seine Diplomarbeit am Institut fuer Praktische Theologie der Universitaet Wien vor. Die Arbeit reiht sich ein in die Tradition genderorientierter Schulbuchanalysen, die im oesterreichischen katholischen Bereich bisher ein grosses Forschungsdesiderat darstellen. Neu an Mayrhofers Ansatz ist die konsequent linguistische Perspektive: Anders als bisherige Untersuchungen, die haeufig auf MAYRINGS qualitative Inhaltsanalyse oder die Kriterien von Dagmar Andres zurueckgreifen, verwendet Mayrhofer die relativ neue Methode der schulbuchbezogenen Diskurslinguistik (nach Kiesendahl/Ott). Diese erlaubt es, sprachliche Tiefenstrukturen freizulegen und zu analysieren, wie Geschlecht und Geschlechterverhaeltnisse in Schulbuchtexten sprachlich-symbolisch konstruiert werden. Theoretisch verortet sich die Arbeit im Sozialkonstruktivismus und in der Konzeption transformatorischer Bildung (Koller). Leitend ist die Annahme, dass Welt- und Selbstverhaeltnisse als staendige Konstruktionsprozesse zu verstehen sind und damit veraenderbar bleiben. Die komparative Analyse mehrerer oesterreichischer Religionsschulbuecher macht sichtbar, wie Sprache zur Reproduktion oder Infragestellung von Geschlechterstereotypen beitraegt. Die Ergebnisse zeigen, dass Geschlechtergerechtigkeit in Religionsschulbuechern nach wie vor eine offene Frage ist.