Jeremia Josef M. Mayr setzt sich mit einem zentralen Problem der Bibeldidaktik und Exegese auseinander: der begrifflichen Unschärfe im Feld der Schriftinterpretation. Empirische Studien zur Rezeption biblischer Texte durch ‚AlltagsleserInnen' (Kinder, Jugendliche, LehrerInnen) konfrontieren die wissenschaftliche Exegese mit Anfragen und Forderungen, die eine klare Begrifflichkeit verlangen. Mayr klärt folgende Konzepte: Was bedeutet Interpretation? Wie hängen Analyse und Interpretation zusammen? Was unterscheidet Interpretation von Applikation? Wo liegen die Grenzen der Auslegung? Der Beitrag ist in das FWF-Projekt ‚Narratologische Exegese und subjektorientierte Bibeldidaktik am Beispiel von Lk 24' eingebettet und versteht sich als interpretationshermeneutisch-exegetische Fundierung dieses Projektes. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu einem reflektierten und selbstbewussten Umgang mit der Bibel zu befähigen, indem die Ausbildung hermeneutischer Fähigkeiten unterstützt wird.