Die gemeinsame Tagung des Arbeitskreises für Gemeindepädagogik (AKGP) und der Gesellschaft für wissenschaftliche Religionspädagogik (GwR) vom September 2018 in Bamberg widmete sich der Frage religiöser Bildung über die gesamte Lebensspanne. Dieser Tagungsrückblick eröffnet eine reflektierte Perspektive auf die Beiträge und entwickelt übergreifende Thesen. Ein zentraler Konsens wird sichtbar: Religiöse Bildung findet lebenslang und an unterschiedlichen Lernorten statt – doch während das „Ob" unumstritten ist, bleibt das „Wie" Gegenstand fachlicher Diskussion. Der Autor hebt hervor, dass es weniger um die grundsätzliche Anerkennung dieser Tatsache geht als vielmehr um ihre praktische Umsetzung und theoretische Vertiefung. Gleichzeitig werden produktive Leerstellen identifiziert: Der Rückblick vermisst eine intensivere Auseinandersetzung mit klassischen entwicklungspsychologischen Modellen, mit dem Lernen an Biografien und historischen Vorbildern sowie mit dem Verhältnis von schulischer und außerschulischer Religionspädagogik. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch einer begrifflichen Schärfung: Die Unterscheidung zwischen religiöser Bildung, religiösem Lernen, religiöser Sozialisation und religiöser Erziehung wird als notwendig erachtet, um Phänomene angemessen zu beschreiben und praktische Herausforderungen wie sinkende Partizipationszahlen in kirchlichen Kontexten präzise zu analysieren. Der Text dokumentiert damit nicht nur eine Tagung, sondern eröffnet einen Reflexionsraum für die deutschsprachige Religionspädagogik über ihre Konzepte, Methoden und ihre Verantwortung für religiöse Bildung in verschiedenen Lebensphasen und Kontexten.