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Homo homini lupus. Für eine Theologie, die nicht nur vom Menschen her denkt

Veröffentlichung:1.5.2026

Die christliche Theologie trägt durch ihren anthropozentrischen Fokus zur Rechtfertigung der Ausbeutung von Natur bei – exemplarisch zeigt sich dies in der Debatte um die Rückkehr des Wolfes in die Alpen, wo traditionelle Interpretationen des Herrschaftsauftrags kaum zur Versöhnung mit nicht-menschlichem Leben beitragen.

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Der Artikel kritisiert die anthropozentrische Ausrichtung der christlichen Theologie, die Natur und Tiere primär unter dem Blickwinkel menschlicher Nutzung betrachtet. Dies zeigt sich exemplarisch darin, dass die Tiere in der Weihnachtsgeschichte theologisch kaum beachtet werden – ein symptomatisches Zeichen für eine grundsätzliche „Tiervergessenheit" des Christentums. Der Autor argumentiert, dass das Christentum im Unterschied zu östlichen Religionen Menschen konsequent als „Krone der Schöpfung" in den Mittelpunkt stellt und damit ein anthropozentrisches Weltbild geprägt hat, das bis heute wirkmächtig ist. Als Fallbeispiel dient die aktuelle Debatte um die Rückkehr des Wolfes in den Alpenraum. Obwohl exegetische Forschung den biblischen „Herrschaftsauftrag" (Gen 1,28) mittlerweile als „tätige Verantwortung für das Ganze der natürlichen Schöpfungswelt" neu interpretiert, zeigt sich in der öffentlichen Debatte, dass solche konzeptionellen Verschiebungen Fachkreise nicht verlassen. Die Parolen „Der Wolf muss weg" basieren auf einer Logik, die nicht-menschliches Leben einzig als Ressource für menschliche Interessen versteht. Die angeführten Argumente (Gefährdung der Almwirtschaft, Tourismus, Kulturlandschaft) folgen einem naturalistischen Fehlschluss und ignorieren, dass koevolvierte Systeme lange Zeit funktioniert haben. Der Artikel hinterfragt schließlich kritisch die vermeintliche evolutionäre Überlegenheit des Menschen: Trotz Reflexionsfähigkeit, Zukunftsplanung und technischer Innovation verstricken sich Menschen in zerstörerische Praktiken. Die zentrale provokative These lautet: Die menschliche Anpassungsstrategie besteht darin, die Mitwelt zu zerstören, statt sich selbst anzupassen.

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