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feinschwarz

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Soll damit gesagt sein, dass wir übertreiben, Emotionen vortäuschen oder gar instrumentalisieren?

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz wehrt sich gegen Vorwürfe der Unfehlbarkeit und Emotionalisierung und verdeutlicht, dass die Perspektive von Missbrauchsopfern ein unverzichtbarer theologischer Erkenntnisort für die kirchliche Erneuerung darstellt.

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Der Text ist eine Stellungnahme des Betroffenenbeirats der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zu Kritik, die gegen seine Arbeit im Synodalen Weg vorgebracht wurde. Die Autorinnen und Autoren wehren sich gegen den Vorwurf eines „unfehlbaren Lehramts der Betroffenen" und gegen Vorwürfe der Emotionalisierung. Sie betonen, dass sie nicht für sich selbst sprechen, sondern für viele Menschen, denen schweres Leid durch sexuellen Missbrauch widerfahren ist und die oft sprachlos bleiben. Die Perspektive Betroffener wird als unverzichtbarer theologischer Erkenntnisort dargestellt, der die Kirche zur Umkehr auffordert – im Sinne der „Option für die Armen" aus der Befreiungstheologie. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass sie keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit erheben. Die Argumente aus der Perspektive Betroffener müssen sich im Diskurs des Synodalen Weges bewähren und sind nicht automatisch gewichtiger als andere Argumente. Gleichzeitig lehnen sie ab, Leiderfahrungen zum „Futter" für sachfremde Anliegen zu instrumentalisieren. Sie verteidigen das Recht betroffener Menschen, selbst über ihre Zugehörigkeit zur Kirche zu entscheiden und dort Kraftorte zu finden – oder diese bewusst zu verlassen. Zur Kritik der Emotionalisierung halten sie dagegen, dass intensive Gefühle angesichts von Missbrauch und Nicht-Gehört-Werden berechtigt sind und der Druck, über Tabuisiertes zu sprechen, zu dieser Emotionalität führt.

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