Die drei christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe lassen sich erstaunlich gut Resilienzfaktoren wie Kohärenzsinn, Daseinsakzeptanz, Handlungsmächtigkeit, Selbstwirksamkeit und Empathiefähigkeit zuordnen. Worin dieses „Passungsverhältnis“ besteht, wie weit es reicht und wo es transzendiert wird, zeigen die folgenden Überlegungen. Ein Ergebnis ist: Glaube, Hoffnung und Liebe sind resilienzfördernd, wenn sie sich als Kräfte erweisen, die Ängste relativieren, zu einer kritischen Zuversicht motivieren und die Zuwendung zu anderen Menschen forcieren. Sie können jedoch auch als psychosozial ambivalente Phänomene auftreten, die sich dem kritischen Blick der Resilienzforschung stellen müssen.