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Münchner Theologische ZeitschriftHermann-Josef Stipp

Münchner Theologische Zeitschrift,

Hermann-Josef Stipp

Monotheismus, Monolatrie, Gewalt und Identität

Veröffentlichung:1.5.2026

Die Vorstellung, dass Gewalt notwendige Folge von Religion im Allgemeinen und vom Monotheismus im Besonderen ist, findet in der Gegenwart leicht Zustimmung. Wieweit diese These durch das Alte Testament begründet werden kann, untersucht der Autor, Professor für Alttestamentliche Theologie an der KatholischTheologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität, an einzelnen Texten und bezieht sich dabei auf die einschlägigen Thesen von Jan Assmann.1 Religion und Gewalt: Bedingt durch die Nachrichtenlage, hat dieses Thema die Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren unausgesetzt in Atem gehalten.

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Die Vorstellung, dass Gewalt notwendige Folge von Religion im Allgemeinen und vom Monotheismus im Besonderen ist, findet in der Gegenwart leicht Zustimmung. Wieweit diese These durch das Alte Testament begründet werden kann, untersucht der Autor, Professor für Alttestamentliche Theologie an der KatholischTheologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität, an einzelnen Texten und bezieht sich dabei auf die einschlägigen Thesen von Jan Assmann.1 Religion und Gewalt: Bedingt durch die Nachrichtenlage, hat dieses Thema die Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren unausgesetzt in Atem gehalten. Bombenanschläge, die Versklavung von Frauen zur sexuellen Ausbeutung und Fahrzeuge, die Menschenmengen niederwalzen – wer einen Blick in religionskritische Internetforen wirft, kann den Eindruck gewinnen, dass die Religion für nicht wenige Zeitgenossen in derlei Gräueln ihr wahres Gesicht zeigt. Danach sei es nur ihre Einhegung durch aufgeklärte Gegengewalten, die sie daran hindere, ein Terrorregime fortzuführen, wie sie es in voraufgeklärten Epochen ausgeübt habe. Dabei dient auch das Alte Testament als Berufungsinstanz. Eine viel zitierte Schlüsselstelle ist Ex 32,26–29 aus den Erzählungen vom Bundesschluss am Sinai. Während Mose auf dem Gottesberg weilt und die Gesetzesoffenbarung erhält, fertigt sein Bruder Aaron auf Verlangen der Israeliten das Goldene Kalb an, dem das Volk anschließend huldigt. Als Mose in das Lager zurückkehrt und erfahren hat, was vorgefallen ist, spielt sich folgendes ab:2 „26 Mose trat an das Lagertor und sagte: Wer für Jhwh ist, her zu mir! Da sammelten sich alle Leviten um ihn. 27 Er sagte zu ihnen: So spricht Jhwh, der Gott Israels: Jeder lege sein Schwert an. Zieht durch das Lager von Tor zu Tor! Jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund, seinen Nachbarn. 28 Die Leviten taten, was Mose gesagt hatte. Vom Volk fielen an jenem Tag gegen dreitausend Mann. 29 Dann sagte Mose: Füllt heute eure Hände mit Gaben für Jhwh! Denn jeder ist heute gegen seinen Sohn und seinen Bruder vorgegangen, damit Segen auf euch komme.“

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