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Eulenfisch

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„Seid heilig, denn ich, euer Gott, bin heilig“

Veröffentlichung:1.1.2017

Der Fachartikel „Seid heilig, denn ich, euer Gott, bin heilig“ von Ulrike Rebekka Nieten ist im Heft ru heute enthalten und umfasst ca. 3 Seiten. Der Beitrag behandelt zentrale theologische Fragen zum Verständnis von Heiligkeit im Judentum, insbesondere den Ursprung der Heiligkeit in Gott, die Bedeutung des Heiligkeitsgesetzes im Buch Levitikus, die Beziehung zwischen Gott und dem Volk Israel sowie die Rolle von Geboten, Ritualen, Orten und Zeiten für die Heiligung des Lebens.

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Der Artikel erklärt das Verständnis von Heiligkeit im Judentum und geht von der biblischen Aufforderung aus dem Buch Levitikus aus, dass das Volk heilig sein soll, weil Gott selbst heilig ist. Der Ursprung aller Heiligkeit liegt nach jüdischem Verständnis allein bei Gott. Heiligkeit wird jedoch auch dem Volk Israel zugeschrieben, weil es durch den Bund mit Gott in einer besonderen Beziehung zu ihm steht. Diese Beziehung zeigt sich vor allem darin, dass Israel die Gebote Gottes erfüllt. Durch die Einhaltung dieser Gebote wird das Volk geheiligt und bleibt im Bund mit Gott.

Der Text erläutert zunächst die sprachliche Bedeutung des hebräischen Wortes qadosh. Es beschreibt Reinheit und Heiligkeit und kann sowohl den Zustand des Heiligseins als auch den Vorgang des Heiligens ausdrücken. Heiligkeit bedeutet dabei nicht einfach eine Abgrenzung vom Profanen, sondern eine besondere Beziehung zu Gott. Menschen werden heilig, indem sie Gott begegnen und seine Gebote beachten. Dadurch gehören sie zu Gott und nehmen an seiner Heiligkeit teil.

Im religiösen Leben Israels zeigt sich diese Heiligkeit in vielen Bereichen. Besonders deutlich wird sie im Tempelkult. Der Hohepriester trug ein Stirnblatt mit der Inschrift Heilig dem Herrn. Das Volk und besonders die Priester waren verpflichtet, den Namen Gottes zu heiligen und sich von allem Unreinen fernzuhalten. Heiligkeit steht deshalb häufig in Verbindung mit ritueller Reinheit.

Ein besonderer Ausdruck der Heiligkeit ist der Name Gottes. Der eigentliche Gottesname wird durch das Tetragramm JHWH dargestellt. Aus Ehrfurcht vor seiner Heiligkeit darf dieser Name nicht ausgesprochen werden. Nur im Tempel und zu bestimmten Zeiten durfte er verwendet werden. Am Versöhnungstag sprach ihn der Hohepriester im Tempel aus. Die Gläubigen reagierten darauf mit tiefer Ehrfurcht und Anbetung. Auch heute zeigt sich diese Ehrfurcht darin, dass der Name Gottes in manchen religiösen Zusammenhängen nicht vollständig ausgeschrieben wird.

Heiligkeit zeigt sich außerdem in zentralen Gebeten und religiösen Traditionen. Das Gebet Keduscha verkündet die Heiligkeit Gottes im Gottesdienst. Das Kaddisch gehört zu den wichtigsten Gebeten des Judentums und verherrlicht Gottes Namen und sein Reich. Obwohl es oft als Trauergebet bekannt ist, steht auch hier die Heiligkeit Gottes im Mittelpunkt. Eine weitere religiöse Praxis ist der Kiddusch, bei dem Wein und Brot gesegnet werden. Dieses Ritual erinnert an die Schöpfung und an den Auszug aus Ägypten und wird besonders am Schabbat und an Festtagen gefeiert.

Der Artikel zeigt außerdem, dass Heiligkeit nicht nur Personen betrifft. Auch Orte, Zeiten, Gegenstände und Handlungen können heilig sein, wenn sie mit Gottes Gegenwart verbunden sind. Heilige Orte sind zum Beispiel das Land Israel, die Stadt Jerusalem, der Berg Zion und der Tempel. Auch die Synagoge besitzt Heiligkeit, weil dort die Torarollen aufbewahrt werden, die an das Allerheiligste des Tempels erinnern.

Die Zerstörung des Tempels bedeutete zwar einen großen Einschnitt, doch die Erinnerung an den Tempel und seine Rituale bleibt im religiösen Leben erhalten. In Gebeten und religiösen Texten wird weiterhin an den Tempelkult erinnert und die Hoffnung auf eine zukünftige Wiederherstellung bewahrt.

Neben heiligen Orten gibt es auch heilige Zeiten. Die wichtigste heilige Zeit ist der Schabbat. Er steht im Mittelpunkt des jüdischen Lebens und erinnert an die Schöpfung. Am Schabbat ruht jede Arbeit, weil dieser Tag als Zeichen des Bundes zwischen Gott und Israel gilt. Der bedeutendste Festtag ist der Versöhnungstag Jom Kippur. An diesem Tag steht die Umkehr zu Gott im Mittelpunkt. Gläubige bitten um Vergebung ihrer Sünden und erneuern ihre Beziehung zu Gott.

Heiligkeit soll jedoch nicht nur im Gottesdienst oder an besonderen Tagen sichtbar sein. Sie prägt auch den Alltag. Deshalb spielen religiöse Gebote und Regeln eine wichtige Rolle. Besonders wichtig sind die Speisegesetze. Ihre Einhaltung hilft dabei, das Leben nach Gottes Willen zu gestalten und das Heilige nicht zu entweihen.

Der Artikel macht deutlich, dass Heiligkeit im Judentum keine persönliche Eigenschaft ist, sondern immer eine Beziehung zu Gott beschreibt. Gott ist der Heilige und die Tora ist die Quelle der Heiligkeit. Durch das Leben nach den Geboten wird das Volk Israel zu einem heiligen Volk. Heiligkeit gehört damit zum religiösen Selbstverständnis des Judentums und prägt sowohl den Gottesdienst als auch den Alltag der Gläubigen.

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