Eine Bestimmung des „Katholischen“ ist keine kirchlich-theologische Nabelschau, sondern ein Beitrag zur Gestaltung von Gesellschaft und Geschichte. Ausgehend vom Beispiel Frankreichs (1.) werden einige Paradoxien des Katholischen (2.) aufgezeigt, die von der grundsätzlichen Sakramentalität der Kirche her zu bewerten sind (3.). Der Glaube der Kirche eröffnet dabei die Möglichkeit, jenseits der Paradoxien aus der Lebensfülle Gottes heraus zu einem Verständnis von Katholizität zu gelangen, das „auf der Grenze“ (Papst Franziskus) in eine lebensschaffende Dynamik „wechselseitiger Ent-Grenzungen“ hinein führt (4.). Eine solche „De-finition“ des Katholischen erweist ihre Wahrheit darin, dass sie menschliches Leben und Denken im Horizont von Heilsgeschichte(n) zu verorten in der Lage ist (5.).