Von Anfang an kannte das Christentum eine klare Unterscheidung von Glaube und Unglaube, von Kirche und Nicht-Kirche. Der an der Erfurter Theologischen Fakultät lehrende Philosoph zeigt auf, dass diese aus- und abgrenzende Differenzierung immer wieder relativiert und ergänzt wurde, weil auch Glaubende Zweifelnde und Ungläubige Gott-Suchende sein können. Unser Autor interpretiert dies nicht nur als Zeichen einer zeittypischen Glaubensschwäche, die zu überwinden ist, sondern sieht darin auch ein Element, das den Glauben vor trügerischer Selbstsicherheit bewahrt und den ernsthaften und wirklichen Dialog mit der Welt zu einem Ort des Glaubens werden lassen kann.