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Kathrin Boukrayâa TrabelsiMünchner Theologische ZeitschriftJulia Drube und Martina Reiner

Kathrin Boukrayâa Trabelsi,

Münchner Theologische Zeitschrift,

Julia Drube und Martina Reiner

Simultankirchen

Veröffentlichung:1.5.2026

Versteht man Simultankirchen als Crossoverphänomene, in denen Grunderfahrungen des menschlichen Lebens in einer christlich deutbaren Weise Ausdruck finden, so entfalten sie religionsdidaktische Potenziale, die insbesondere für konfessionell-kooperative Settings nutzbar gemacht werden können. Eine besondere Relevanz kommt hierbei dem Umstand zu, dass Simultankirchen anhand lebensweltlicher Beispiele auf das gemeinsam Christliche verweisen, das in stets neuen, teils spannungsreichen Aushandlungsprozessen ermittelt und konfessionell-vielseitig ausgestaltet wird.

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Versteht man Simultankirchen als Crossoverphänomene, in denen Grunderfahrungen des menschlichen Lebens in einer christlich deutbaren Weise Ausdruck finden, so entfalten sie religionsdidaktische Potenziale, die insbesondere für konfessionell-kooperative Settings nutzbar gemacht werden können. Eine besondere Relevanz kommt hierbei dem Umstand zu, dass Simultankirchen anhand lebensweltlicher Beispiele auf das gemeinsam Christliche verweisen, das in stets neuen, teils spannungsreichen Aushandlungsprozessen ermittelt und konfessionell-vielseitig ausgestaltet wird. Zugleich werden Herausforderungen erkennbar, die es zu beachten gilt, wo in konfessionssensibler Weise unterrichtet werden soll, ohne die Unterschiedlichkeit konfessioneller Prägungen zu homogenisieren oder zu überzeichnen. Es gehört zu den Grundvollzügen des Christseins, sich als Gemeinschaft zu erfahren, die durch Jesus Christus gestiftet wurde. Jesus selbst setzte mit dem Herrenmahl ein Zeichen ein, das seine Anhänger:innen in eben diese Gemeinschaft mit ihm und untereinander beruft. Im frühen Christentum versammelten sich die Jesus- und später Christusgläubigen in lokalen Hauskirchen. In Hausgemeinschaften wie der von Priska und Aquila (Röm 16,5; 1 Kor 16,19), der von Philemon (Phlm 2) und der von Nympha (Kol 4,15) kamen Menschen verschiedener Statusgruppen zusammen (vgl. Gal 3,27), um sich ihrer Gemeinschaft untereinander und mit Jesus Christus zu vergewissern. Paulus buchstabierte in seinen Briefen aus, wie die christlichen Gemeinschaften sich organisieren sollten und worin ihr Selbstverständnis bestehen sollte. Beispielsweise thematisierte er die Organisation der Gemeinde und Ämter (1 Kor 12,28 ff.; Eph 4,11 f.), die Einheit der Gemeinde in Bezug auf das Selbstverständnis (1 Kor 12,12 ff.; Röm 12,4 f.) oder gab Verhaltensanweisungen für das Leben in der Gemeinde (Gal 6,1 f.; Phil 2,3 f.). Ab der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts wurden eigens für den Gottesdienst die ersten Hallen errichtet, 1 wenig später entstanden die ersten Sakralbauten und avancierten zu Gemeindezentren. Der Gottesdienst, die Liturgie, entwickelte sich zu der prominentesten christlichen Sozialform des Erlebens von Gemeinschaft der Gläubigen untereinander und mit Gott. Nicht erst als es 1054 und 1517 zu weitreichenden Kirchenspaltungen kam,

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