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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftOliver ReisChristian Grethlein

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Oliver Reis,

Christian Grethlein

Abendmahl Eucharistie

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel untersucht die Bedeutung von Abendmahl und Eucharistie für heutige Gläubige und zeigt empirisch, dass diese Sakramente oft nur in äußerer Form vollzogen werden, ohne persönliches theologisches Verständnis. Der Text analysiert die biblischen Wurzeln dieser Mahlfeiern in Jesu inklusiver Mahlpraxis, seinem Abschiedsmahl und den Mahlzeiten des Auferstandenen. Er arbeitet heraus, dass eine angemessene Deutung der Mahlfeiern alle drei biblischen Traditionsströme berücksichtigen muss und betont die Notwendigkeit, die religiöse Erfahrung und das gemeinschaftliche Verständnis in Katechese und liturgischer Praxis zu vertiefen.

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Der Artikel analysiert zunächst die empirische Situation: Befragte Gläubige vollziehen Abendmahl und Eucharistie häufig formal, ohne eigenes theologisches Verständnis zu entwickeln. Eine echte Vergegenwärtigung Christi oder reale soziale Bedeutung dieser Sakramente wird selten erlebt. Die religionspädagogische Praxis zeigt, dass nur bereits religiös sozialisierte Kinder und Jugendliche Zugang zu den Sakramenten finden. Der Artikel arbeitet dann die biblischen Grundlagen heraus, indem er drei zentrale Traditionsstränge identifiziert: Jesu inklusive Mahlpraxis mit Zöllnern und Sündern, die soziale und religiöse Grenzen überwindet; sein Abschiedsmahl als Erinnerung an seinen Tod und Grundlegung der Jüngergemeinschaft; und die Mahlzeiten des Auferstandenen, die auf Gottes Zukunft verweisen. Exegetisch wird dargelegt, dass die sogenannten Einsetzungsworte keine historischen Berichte sind, sondern Legitimierungstexte für die frühe christliche Mahlpraxis. Entscheidend ist, dass Jesus nicht die Elemente Brot und Wein deutet, sondern die kommunikativen Vollzüge des Brechens, Verteilens und Herumreichens. Der Artikel betont die Mehrperspektivität adäquater Aussagen zu Mahlfeiern: Sie müssen den inklusiven, solidarisch-gemeinschaftlichen Charakter von Jesu Mahlpraxis bewahren, das Gedächtnis des Todes Christi pflegen und gleichzeitig die eschatologische Öffnung auf Gottes Zukunft realisieren. Die gegenwärtige Katechese und Liturgie gelingt es bislang nicht, diese theologische Tiefe und Erfahrungsqualität angemessen zu vermitteln und zu realisieren.

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