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Ein Thema in vier Variationen

Veröffentlichung:1.1.2012

Der Fachartikel von Beate Höfling ist im Heft RELIGIONSUNTERRICHTheute 02/2011 (ru-heute) unter dem Titel „Ein Thema in vier Variationen“ erschienen und umfasst die Seiten 23–26 (4 Seiten).

Der Beitrag zeigt, dass die Augustinerkirche Mainz nicht dem hl. Augustinus, sondern der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht ist. Anhand von Fassade, Kirchenraum, Deckenfresken und Hochaltar wird dargestellt, wie das Thema „Dreifaltigkeit“ in Architektur und Kunst in verschiedenen Varianten entfaltet wird. Die Kirche erscheint so als theologisch durchdachtes Gesamtkunstwerk.

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Der Artikel „Ein Thema in vier Variationen“ beschreibt die Dreifaltigkeitsdarstellungen der Augustinerkirche in Mainz als ein einheitlich konzipiertes theologisches und künstlerisches Programm. Obwohl die Kirche mit Augustinus verbunden wird, ist sie der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Dieses Patrozinium prägt sowohl die architektonische Struktur als auch die künstlerische Ausstattung des gesamten Kirchenraums.

Bereits die Fassade macht das zentrale Thema sichtbar. In der Dreigliederung der Architektur spiegelt sich der trinitarische Gedanke. Über dem Portal stehen Maria Immaculata, der hl. Augustinus und seine Mutter Monika. Im Tympanon darüber ist die Dreifaltigkeit klassisch dargestellt: Gottvater mit Weltkugel, Christus mit Auferstehungskreuz und darüber die Taube als Symbol des Heiligen Geistes. Damit wird das Grundthema der Kirche bereits äußerlich vorgegeben.

Auch im Inneren setzt sich die Dreigliederung fort – vertikal und horizontal. Die vertikale Struktur reicht von der eher schlichten Wandgestaltung über Tugenddarstellungen mit biblischen Zitaten bis hin zum Deckengemälde, in dem sich der Himmel öffnet. Horizontal ist der Raum in Vorraum (unter der Orgelempore), Kirchenschiff und Chor gegliedert. Der Vorraum zeigt Jakobs Traum von der Himmelsleiter als Bild für Gottesbegegnung und geistliche Reifung. Das Kirchenschiff steht symbolisch für die Mitte des Lebens, begleitet von Tugenden als Orientierung. Der Chorraum verweist schließlich auf Tod, Vollendung und ewiges Leben.

Das zentrale Deckenfresko von Johann Baptist Enderle (1771/72) zeigt außen Szenen aus dem Leben des hl. Augustinus und in der Mitte eine ungewöhnliche Darstellung der Dreifaltigkeit: Gottvater umfängt Maria, die das Jesuskind trägt; die Taube des Heiligen Geistes ruht auf Marias Brust. Diese Darstellung betont nicht eine „vierte Person“, sondern die Menschwerdung Christi und die besondere Rolle Marias im Heilsgeschehen. Augustinus, der sich zeitlebens mit der Dreifaltigkeit auseinandersetzte, darf sie hier im Himmel schauen – als Vollendung seines theologischen Ringens.

Im Chorraum verbinden sich Kreuzabnahme und Dreifaltigkeit zu einer großen trinitarischen Komposition. Die monumentale Darstellung der Kreuzabnahme wird theologisch erweitert: Gottvater erscheint über dem Geschehen, die Taube des Heiligen Geistes ist präsent, und biblische Figuren wie Abraham und Melchisedek verweisen auf Opfer und Eucharistie. Der zerrissene „Schuldschein“ (Kol 2,14) symbolisiert die Erlösungstat Christi. Licht und Strahlen betonen den Sieg über Tod und Dunkelheit.

So entfaltet die Kirche das Thema Dreifaltigkeit in vier Variationen: an der Fassade, im zentralen Deckenfresko, im Taufmotiv Augustins und im Hochaltar mit der Kreuzabnahme. Architektur, Malerei und Skulptur bilden ein theologisches Gesamtkunstwerk, das Leben, Tod und Erlösung im Horizont der Dreifaltigkeit deutet und die Hoffnung auf das ewige Leben ins Zentrum stellt.

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