Der Artikel von Johannes Heger erschließt die Zeichentrickserie „Die Simpsons" als bibeldidaktisch fruchtbares Medium und arbeitet systematisch heraus, wie biblische Motive in der Serie aufgegriffen, transformiert und religionspädagogisch nutzbar gemacht werden können. Ausgangspunkt ist die klassische bibeldidaktische Herausforderung, die Welt der Bibel und die Lebenswelt heutiger Menschen in ein produktives Gespräch zu bringen. Der Artikel zeigt zunächst, dass die Simpsons entgegen pauschaler Kritik kein religionsfeindliches Format darstellen, sondern als satirischer Spiegel der amerikanischen und westeuropäischen Gesellschaft Religion, Kirche und Bibel auf mehreren Ebenen präsent halten: als handlungsunterstützendes Accessoire, als kritisch erhobener Zeigefinger gegenüber religiösem Missbrauch und als kreative Transformation biblischer Erzählungen. Anhand konkreter Episoden – darunter Varianten der Ijob-Geschichte, der Schöpfungserzählung, des Exodus, des Dekalogs und der Geburtsgeschichte Jesu – werden Parallelitäten und Differenzen zur biblischen Vorlage analysiert. Im religionsdidaktischen Hauptteil werden Optionen entwickelt, die das korrelative Potenzial der Serie nutzen: Lernende können über die gelbe Rezeption in einen neuen Dialog mit Originaltexten eintreten, eigene Lesarten reflektieren, die Entstehung und Redaktion biblischer Texte verstehen und ideologiekritisch über den gesellschaftlichen Gebrauch religiöser Sprache nachdenken. Abschließend mahnt der Artikel, die Eigenlogik der Serie zu respektieren und den Fokus auf den biblischen Originaltext nicht zu verlieren.