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Clauß Peter SajakWiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftKatharina Schulze Pröbsting

Clauß Peter Sajak,

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Katharina Schulze Pröbsting

Bildung liturgische

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel bestimmt liturgische Bildung als elementare Komponente religiöser Bildung, die die identitätsstiftenden Rituale, Gebete und Gottesdienstformen einer Religionsgemeinschaft zum Gegenstand hat. Sajak und Schulze Pröbsting zeigen, dass liturgische Bildung historisch eine lange Tradition aufweist, konzeptionell aber erst in der Liturgischen Bewegung (1850–1950) erfasst wurde, besonders durch Romano Guardini, der sie als ganzheitliche Einübung in „liturgisches Verhalten" verstand. Sie analysieren die Vernachlässigung in modernem Religionsunterricht und ihre Wiederaufnahme im Kontext „Performativen Religionsunterrichts". Die Autoren skizzieren drei Gegenstandsbereiche (liturgische Propädeutik, kommunikative Kompetenz, liturgische Realienkunde) und präsentieren verschiedene Konzeptionierungen (Mendl, Lentner, Husmann/Klie). Abschließend benennen sie offene Fragen: zur Balance zwischen Erfahrung und Reflexion, zum Zusammenhang verschiedener Lernorte und zur Kompetenzentwicklung von Lehrkräften angesichts von Traditionsabbruch.

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Der Artikel von Clauß Peter Sajak und Katharina Schulze Pröbsting erschließt Begriff, Geschichte und aktuelle Konzeptionierungen liturgischer Bildung als elementaren Bestandteil religiöser Bildung. Ausgehend von einer Bestimmung religiöser Bildung als Indukation und Edukation wird liturgische Bildung als jener Bereich definiert, der auf die identitätsstiftenden Rituale, Gebete und Gottesdienstformen einer Religionsgemeinschaft zielt – also auf den existenziellen Vollzug der Gottesbeziehung in individueller und kollektiver Dimension. Trotz breitem Konsens über ihre Notwendigkeit wird liturgische Bildung im schulischen Religionsunterricht wie in Katechese und Jugendpastoral als weitgehend defizitär diagnostiziert. Historisch reichen ihre Wurzeln bis in die Patristik zurück; ihre konzeptionelle Ausformung erhielt sie in der Liturgischen Bewegung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, vor allem durch Romano Guardini, der Symbolfähigkeit, Kompetenz und Haltung als konstitutive Dimensionen liturgischer Bildung bestimmte. Im gegenwärtigen Diskurs wird liturgische Bildung im Kontext des Performativen Religionsunterrichts verortet, der über das bloße Reden über Religion hinausgehen und Kontaktzonen mit religiösen Erfahrungsräumen schaffen will. Vorgestellt werden Konzeptionen von Hans Mendl und Rudi Lentner auf katholischer sowie von Bärbel Husmann und Thomas Klie auf evangelischer Seite. Der Artikel benennt abschließend offene Fragen: das Verhältnis von Erfahrung und Reflexion, die Kooperation unterschiedlicher Lernorte, den Traditionsabbruch auch bei Lehrkräften und die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit von Religionspädagogik und Liturgiewissenschaft.

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