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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftGottfried Adam

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Gottfried Adam

DaumenBibel

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt die DaumenBibel (Thumb Bible), ein eigenständiges literarisches Genre von Miniaturbibeln, die vom frühen 17. bis ins 20. Jahrhundert erschienen. DaumenBibeln sind kleine Bibelbücher mit ausgewählten biblischen Geschichten in Vers- oder Prosaform, die hauptsächlich für Kinder hergestellt wurden. Der Text dokumentiert die Begriffsgeschichte, die verschiedenen Erscheinungsformen und die wichtigsten Vertreter dieses Genres im englischsprachigen Raum und in Europa, besonders im deutschsprachigen Raum.

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Der Artikel definiert die DaumenBibel als ein Genre von Miniaturbibeln, das sich über drei Jahrhunderte (1601–1908) entwickelt hat. Der Begriff 'Thumb Bible' wurde erst 1849 geprägt, obwohl das Genre bereits seit 1601 existiert. Die DaumenBibel hat drei Bedeutungsaspekte: Sie ist eine spezifische Buchform mit maximalen Abmessungen von 7,62 cm (englisch-amerikanisch) oder 10 cm (deutschsprachig), ein literarisches Genus als religiöses Buch für Kinder, und eine Bezeichnung für religiöse Werke mit biblischen Inhalten in Wort und Bild. Über 300 Ausgaben wurden in einem Zeitraum von drei Jahrhunderten veröffentlicht, davon 156 in Amerika, 89 in England/Schottland/Irland und 51 in Kontinentaleuropa. Die erste DaumenBibel 'An Agnus Dei' (1601) von John Weever war in Versform verfasst und enthielt das Neue Testament. 'Verbum Sempiternum' (1614) von John Taylor wurde die erfolgreichste mit 59 englischen und 7 französischen Drucken bis 1908. Die erste DaumenBibel in Prosaform erschien 1727 unter dem Titel 'Biblia or a Practical Summary of ye Old & New Testaments' und basierte auf der deutschen Miniaturbibel 'Biblia, oder Inhalt und Kern gantzer H. Schrifft' von 1705. Deutsche Miniaturbibeln wie die Werke der Kupferstecherinnen Christina und Magdalena Küslin (um 1690) und die Arbeiten von Christoph Weigel dem Älteren zeigen, dass Deutschland eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung dieses Genres spielte. Die DaumenBibeln waren illustriert und enthielten biblische Geschichten in paraphrasierter Form mit mehreren tausend Wörtern. 2009 wurde der Begriff 'Thumb Bible' in das internationale Regelwerk für die Katalogisierung von seltenen Drucken aufgenommen.

Text

urheberrechtlich geschützt

12.5.2026

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