Der Artikel von Felix Blaser behandelt die Vermittlung der Diakoniegeschichte im Kontext der Kirchengeschichtsdidaktik. Diakonie wird als christlich begründete Hilfepraxis definiert, die sich historisch an der sozialen Not der jeweiligen Zeit orientierte und dabei Grenzen überschritt. Der Autor begründet die Notwendigkeit einer fächerverbindenden Thematisierung von Diakoniegeschichte didaktisch und argumentiert, dass solches Lernen Sinnzusammenhänge erkennbar macht, die Besonderheiten einzelner Fächer verdeutlicht und eine längerfristige Auseinandersetzung mit komplexen Themen ermöglicht. Er differenziert zwischen fachübergreifendem und fächerverbindendem Unterricht und zeigt mögliche Kooperationen mit Geschichte, Deutsch, Biologie, Gemeinschaftskunde, Kunst und Musik auf. Die Begründungen für eine Beschäftigung mit Diakoniegeschichte werden auf drei Ebenen entfaltet: Das geschichtskulturelle Argument erweitert historisches Wissen und Verständnis gesellschaftlicher Konstellationen; das theologische Argument vertieft das Verständnis des christlichen Glaubens und seiner institutionalen Ausgestaltung; das bildungstheoretische Argument ermöglicht Selbstverortung, religiöse Selbstvergewisserung und die Entwicklung zeitdiagnostischer Kompetenzen. Der Autor unterstreicht, dass zeitbewusste Diakonie gegenwärtige Herausforderungen als Chancen für neue Formen diakonischer Arbeit begreift. Insgesamt wird Diakoniegeschichte als bedeutsamer Lerngegenstand präsentiert, der sowohl theologische als auch gesellschaftlich-praktische Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern fördert.