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WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft

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Dialog der Religionen katholische Sicht

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel skizziert den interreligiösen Dialog aus katholischer Perspektive – von seiner theologischen Grundlegung im Zweiten Vatikanischen Konzil über die Rezeption bis zu gegenwärtigen Herausforderungen. Renz zeigt, dass das Konzil einen Paradigmenwechsel markiert: Die Konzilserklärung „Nostra aetate" (1965) überwindet den Exklusivismus („außerhalb der Kirche kein Heil"), ohne in Relativismus zu verfallen. Christus bleibt das Kriterium, doch wird anderen Religionen eine Rolle im Heilshandeln Gottes zuerkannt. Besondere Bedeutung kommt dem Dialog mit dem Judentum zu – als Überwindung des Antijudaismus nach der Schoa – und mit dem Islam als Bekennern des einen Gottes Abrahams. Renz unterscheidet vier Ebenen des Dialogs: alltägliches Zusammenleben, partnerschaftliches Handeln, theologischer Austausch und spiritueller Dialog. Dialog und Zeugnis sind nicht konträr, sondern bedingen einander. Praktische Hindernisse (Sprach-, Verständigungsprobleme, strukturelle Asymmetrien) und die Notwendigkeit der lokalen Kontextualisierung werden diskutiert; die unterrepräsentierte Rolle von Frauen wird benannt.

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Der Artikel von Andreas Renz erschließt den interreligiösen Dialog aus katholischer Sicht in seiner historischen Entwicklung, konziliaren Grundlegung und gegenwärtigen Herausforderungen. Ausgehend von einer begrifflichen Abgrenzung gegenüber der innerchristlichen Ökumene zeigt der Artikel, wie das dialogische Paradigma durch Ordenstheologen vorbereitet wurde, die in missionarischen Kontexten die Eigenständigkeit und den Wert anderer Religionen entdeckten. Als entscheidende Zäsur erscheint die Schoa, die die Kirche zur Aufarbeitung ihres Antijudaismus zwang und die theologische Grundlage für eine erneuerte Israeltheologie schuf. Herzstück des Artikels ist eine eingehende Analyse der Konzilserklärung „Nostra aetate" (1965): Sie formuliert erstmals positiv die bleibende Bundesbeziehung Gottes mit Israel, würdigt den islamischen Glauben, erkennt in allen Religionen Wahres und Heiliges als Wirkung des universalen Heilshandelns Gottes an und überwindet implizit das exklusivistische Modell – ohne jedoch die Heilsmittlerschaft Jesu Christi aufzugeben. Dialog und Zeugnis werden als komplementär verstanden. Die Rezeptionsgeschichte nach dem Konzil – Errichtung des Päpstlichen Rates, Friedenstreffen in Assisi, Papst Johannes Paul II. – wird ebenso dargestellt wie die vier Ebenen heutiger Dialogpraxis (Alltag, gemeinsames Handeln, theologischer Austausch, spiritueller Dialog) sowie strukturelle Hindernisse und die Notwendigkeit lokaler Kontextualisierung.

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