Georg Bucher analysiert in seinem Lexikonartikel empowerment als ein „travelling concept", das kulturell wandert und sich dabei transformiert. Der Begriff entstammt dem Englischen (Präfix „en-" + „power") und erlebte nennenswerte Verbreitung ab den 1970er Jahren. Die deutsche Übersetzung ist umstritten; Herriger schlägt als kleinsten gemeinsamen Nenner vor, dass empowerment Entwicklungsprozesse bezeichnet, in denen Menschen die Kraft gewinnen, ein „besseres Leben" nach eigenen Maßstäben zu führen. Der Artikel differenziert empowerment nach mehreren Dimensionen: Es kann als Theorie, Methode oder Werthaltung verstanden werden, bezieht sich auf personale, strukturelle und soziale Ebenen und funktioniert sowohl als reflexive (Selbstermächtigung) als auch transitive Figur (Hilfe durch Professionelle). Historisch hat empowerment einen doppelten Ursprung: Die Sozialarbeiterin Solomon nutzte es 1976 für Widerstands- und Befreiungsprozesse in unterdrückten Gemeinschaften, während Berger und Neuhaus 1977 eine kommunitaristische Vision vertraten, die Intermediäre Strukturen stärken sollte. Bröckling kritisiert poststrukturalistisch, dass empowerment von links für politischen Widerstand und von rechts für ökonomisch rationale Unternehmertätigkeit genutzt wird. Diese S