Die Fachdidaktische Entwicklungsforschung (FDE) wird als Forschungsformat der Religionsdidaktik dargestellt, das deren interdisziplinären und mehrdimensionalen Charakter integriert. Als Teildisziplin der Religionspädagogik ist die Religionsdidaktik eine handlungsorientierte Verbundwissenschaft, die theologische, bildungswissenschaftliche, psychologische und soziologische Perspektiven verbindet. FDE ist in der Design-Based-Research-Tradition verankert und wird als mehr als nur eine Forschungsmethode verstanden: Sie zielt auf eine funktionale Verknüpfung von praxisrelevanter Innovation und kontextsensitiver Theorieentwicklung. Die Grundzüge der FDE umfassen ihre Praxisbezogenheit, iterative Theorie-Praxis-Zyklen, Durchführung im natürlichen Lernumfeld sowie die Entwicklung von lokalen Theorien, die zwischen großen Lehr-Lern-Theorien und Einzelfallbeobachtungen anzusiedeln sind. FDE fokussiert nicht ausschließlich auf Lernergebnisse, sondern auch auf Lernwege, -prozesse und Lernhürden. Das Dortmunder Modell "FUNKEN" wird als in der Religionsdidaktik etabliertes Modell präsentiert, das die doppelte Zielsetzung von Theoriegenerierung und praxisorientiertem Entwicklungsprozess veranschaulicht. Zentrale Charakteristika dieses Modells sind Prozessorientierung, Iteration, Vernetzung von Theorie und Praxis sowie eine starke Lerngegenstandsorientierung. Die Lerngegenstandsorientierung ermöglicht es, domänenspezifische Eigenschaften präziser im Forschungsprozess zu erfassen und das Forschungsformat gegenstandsspezifisch zu entwickeln. Dabei fließen religiöse und theologische Bezugstheorien in die fachdidaktische Ausdifferenzierung des Forschungsformats ein.