Der Artikel von Sabine Pemsel-Maier untersucht die Erlösung (Soteriologie) als Kernbotschaft des christlichen Glaubens und ihre pädagogische Vermittelbarkeit. Erlösung wird theologisch als Befreiung von Unheil und Bösem sowie als Weg zu einem erfüllten Leben verstanden, doch gilt diese Lehre in der Gegenwart vielen als bedeutungslose Leerformel. Obwohl Menschen heute genauso wie zu Jesu Zeiten mit Leid, Ungerechtigkeit, Krankheit und existenziellen Nöten konfrontiert sind, wird Erlösung häufig als nur spirituell-innerlich oder eschatologisch-jenseitig verstanden und verliert dadurch an Glaubwürdigkeit. Empirische Studien zeigen, dass Kinder und Jugendliche Erlösungsmotive aus Filmen und Märchen kennen, aber keinen Bezug zur christlichen Soteriologie herstellen; sie empfinden ihr Leben nicht als erlösungsbedürftig und sehen Jesus nicht als relevante Heilsgestalt für heute. Im Alten Testament erscheint Gottes Handeln durchgehend als welthaft-konkretes Heilshandeln, das sichtbare Veränderungen von Lebensumständen anstrebt, während die vollständige Erfüllung als eschatologische Verheißung verstanden wird. Nach christlichem Verständnis ist Jesus Christus die personifizierte Erlösung, durch die das Heil Gottes in dieser Welt sichtbar und greifbar wird, bestimmt für alle Menschen einschließlich der Sünder. Die Theologie muss zeigen, wie Erlösung sich ereignet und welche Relevanz sie für konkrete Lebenserfahrungen moderner Menschen hat, wobei eine integrative Soteriologie weder rein spirituell noch rein zukünftig sein darf.