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WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft

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Forschung empirische interreligiös

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel analysiert den aktuellen Stand der empirischen Forschung zum interreligiösen Lernen. Er untersucht systematisch, welche Lerneffekte interreligiöser Unterricht bei Schülerinnen und Schülern tatsächlich erzielt – etwa beim Wissenserwerb, der Fähigkeit zur Perspektivenübernahme, Einstellungsänderungen und angemessenem Verhalten. Die Befunde zeigen, dass interreligiöses Lernen beim Wissenserwerb wirksam ist, bei anderen Zielen aber nur begrenzte oder widersprüchliche Effekte hat. Der Autor weist auf die geringe Datenbasis hin und fordert mehr empirische Forschung.

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Der vorliegende Artikel von Alexander Unser bietet eine systematische Auswertung des empirischen Forschungsstandes zum interreligiösen Lernen in einer zunehmend religionspluralisierten Gesellschaft. Während die theoretisch-didaktische Literatur zum interreligiösen Lernen in den letzten zwanzig Jahren massiv angewachsen ist, existieren nur wenige empirische Studien, die die tatsächliche Wirksamkeit untersuchen. Der Autor analysiert vier zentrale Forschungsprojekte hinsichtlich ihrer Effekte auf vier allgemein akzeptierte Lernziele: deklaratives Wissen, Perspektivenübernahme, Einstellungsänderung und angemessenes Verhalten. Bei der Vermittlung deklarativen Wissens zeigen sich mittlere bis große Lerneffekte (d ≥ .48), die sogar nachhaltiger sind als im allgemeinen Religions- und Ethikunterricht. Dagegen erweist sich die Befähigung zur Perspektivenübernahme als stärker von spezifischen Methoden und Inhalten abhängig, mit widersprüchlichen Befunden zwischen den Studien. Bezüglich Einstellungsänderungen sind die Ergebnisse ebenfalls heterogen: Nur eine Studie findet große Effekte, während zwei keine Effekte nachweisen. Zur Befähigung zu angemessenem Verhalten existiert bisher kaum Forschung – nur eine Studie untersucht diesen Aspekt im Kontext von Pflegeberufen mit gemischten Resultaten. Der Artikel betont durchgehend die geringe Datengrundlage und warnt vor vorschnellen Verallgemeinerungen. Der Autor schließt mit der Forderung nach systematischerer empirischer Forschung, die die Abhängigkeit von Lerneffekten von Methoden, Inhalten, Schüleralter und nationalen Kontexten klärt.

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