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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftBernhard Dressler

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Bernhard Dressler

Geistkonzepte bildungstheoretisch

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel analysiert den Geistbegriff aus bildungstheoretischer Perspektive und zeigt, dass Geist nicht als ontologisches Prinzip, sondern als kognitive Fähigkeit des Menschen zu verstehen ist. Dressler diskutiert die philosophiegeschichtliche Entwicklung von Hegels idealistischem Geistverständnis bis zur gegenwärtigen Kritik an Totalitätsdenken. Er verbindet theologische Überlegungen zum Ebenbild Gottes mit dem modernen Verständnis von Geist als Selbstbewusstsein und individueller Erkenntnis. Dabei wird deutlich, dass Bildung nicht durch objektive Geistgestalten vermittelt wird, sondern durch die Entfaltung individueller Potenziale unter Anerkennung eines transzendenten Grundes menschlicher Freiheit.

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Der Artikel erörtert bildungstheoretische Geistkonzepte und verortet sie im Spannungsfeld zwischen theologischer Tradition und philosophischer Moderne. Dressler argumentiert, dass Geist sich kontinuierlich im Sprechen, Denken und Lernen konstituiert und damit nicht als statische Substanz, sondern als dynamische Kraft zu verstehen ist. Er analysiert Hegels System des absoluten Geistes als objektiven und subjektiven Geist, kritisiert aber dessen geschichtsphilosophisches Totalitätsdenken als gegenwärtig obsolet. Die Kantische Kritik an der cartesischen res cogitans wird als unverzichtbare Einsicht hervorgehoben, wonach vom Selbstbewusstsein nicht auf eine erkennbare geistige Substanz geschlossen werden kann. In Auseinandersetzung mit Schleiermacher und zeitgenössischen Theoretikern wie Peter Biehl wird Bildung nicht als Vermittlung allgemeiner Geistgestalten, sondern als Entfaltung individueller Potenziale unter Anerkennung eines transzendenten Grundes konzeptualisiert. Der Geistbegriff wird dabei epistemologisch als Prinzip kognitiver Leistungen verstanden, ohne ontologische Ansprüche auf ein Ordnungsprinzip des Seins zu erheben. Das Modell der Subjekt-Objekt-Beziehung wird durch eine Perspektive ersetzt, die Pluralität und Inkompatibilität von Weltperspektiven anerkennt. Damit wird eine bildungstheoretische Öffnung für pneumatologische Dimensionen religiösen Selbst- und Weltverständnisses ohne idealistische Totalitätsansprüche ermöglicht.

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