Der Artikel behandelt systematisch die soziologischen und pädagogischen Konzepte von Gruppen und Peergruppen. Ausgehend von der etymologischen Herkunft des Gruppenbegriffs wird eine Arbeitsdefinition von sozialen Gruppen entwickelt, die emotional Verbundene von statistischen Kategorien abgrenzt. Nach Schäfers charakterisieren kontinuierliche Interaktion, gemeinsame Ziele und ein Wir-Gefühl soziale Gruppen, die typischerweise drei bis 25 Personen umfassen. Der Artikel differenziert zwischen Primärgruppen, die den ganzen Menschen einbeziehen und intensive face-to-face-Kontakte ermöglichen, und Sekundärgruppen, die nur spezifische Rollen beanspruchen. Die Peergruppe wird als Sonderfall verstanden, die auf Charles H. Cooley zurückgeht und sich durch Ähnlichkeit in Alter, Status und gegenseitiger Orientierung auszeichnet. Verschiedene Autorinnen und Autoren fassen den Begriff unterschiedlich eng oder weit: während einige jede Ansammlung gleichaltriger Personen als Peergruppe verstehen, betonen andere Autoren gemeinsame Freizeitaktivitäten oder alltägliche Interaktionsorientierung. Der Artikel zeigt auf, dass Peergruppen sich von Freundschaften und Cliquen unterscheiden und dass auch virtuelle Communities als Peergruppen fungieren können. Insgesamt wird deutlich, dass Gruppen zentrale Orte der Sozialisation sind, einschließlich der religiösen Sozialisation, und dass der Peergruppenbegriff trotz unterschiedlicher Definitionen für die Pädagogik und Soziologie von großer Bedeutung ist.