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Julia GerthWiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft

Julia Gerth,

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft

Heiliger Geist

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel untersucht, wie Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassenstufen den Heiligen Geist verstehen und deuten. Dabei zeigt sich, dass jüngere Schüler meist assoziativ vorgehen und den Heiligen Geist als Gespenst oder Schutzengel vorstellen, während ältere Schüler abstraktere Konzepte wie Lebenskraft oder Teil der Trinität entwickeln. Der Artikel behandelt zudem die Wurzeln des Heiligen Geistes im Alten Testament, insbesondere das hebräische Wort "ruach" (Wind, Atem) und seine verschiedenen theologischen Bedeutungsdimensionen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Frage, wie religiöse Unterrichtsansätze wie die Pfingstgeschichte bei der Entwicklung pneumatologischer Konzepte unterstützen können.

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Der Artikel analysiert empirische Befunde zur Pneumatologie von Schülern und Schülerinnen und zeigt ein klares Entwicklungsmuster: Anfänger assoziieren den Heiligen Geist mit den Begriffen "heilig" und "Geist" und entwickeln spontane Deutungen wie "liebes Gespenst" oder "Schutzengel". Mit zunehmendem Vorwissen entstehen symbolische Vorstellungen vom Heiligen Geist als Seele, Geistesblitz oder warmer Wind. In höheren Klassenstufen nähern sich die Schülerkonzepte theologischen Metaphern an und verbinden den Heiligen Geist verstärkt mit der Trinität. Der Artikel betont, dass die Arbeit mit der Pfingstgeschichte kreative metaphorische Vorstellungen bei jüngeren Schülern fördert, während ältere Schüler diese Geschichte eher naturwissenschaftlich deuten. Im zweiten Teil wird die exegetische und theologiegeschichtliche Grundlage entfaltet: Das Wort "ruach" im Alten Testament bedeutet primär Wind und Atem und beschreibt Gottes dynamische Präsenz. Die ruach wirkt ambivalent als lebensschaffende und zerstörerische Kraft, befähigt Menschen zu besonderen Taten und Prophetie und wird zur Gabe des Königtums. Erst später entwickelt sich die konzeptualisierte Lehre vom Heiligen Geist als dritte Person der Trinität, die auf diese biblischen Grundlagen aufbaut.

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