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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftGabriele Klappenecker

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Gabriele Klappenecker

Hermeneutischer Religionsunterricht

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt die Entwicklung des Hermeneutischen Religionsunterrichts in der evangelischen Religionspädagogik seit den 1950er Jahren. Er zeigt, wie sich ein neues Verhältnis zwischen Theologie und Pädagogik etablierte, das der Schule größere Autonomie einräumte und Religionsunterricht als Auslegung biblischer Texte verstand. Die Hauptvertreter Liselotte Corbach und Hans Stock werden vorgestellt, die das "Dolmetschen" zwischen biblischen Texten und Schülern als zentrale Aufgabe betonten. Dabei ging es darum, Schüler in einen existentiellen Bezug zu biblischen Inhalten zu bringen, statt sie nur zu belehren.

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Der Artikel analysiert die Entstehung und Entwicklung des Hermeneutischen Religionsunterrichts als Ausdruck eines veränderten Verhältnisses zwischen evangelischer Theologie und Pädagogik nach 1954. Das Comenius-Institut wurde als Evangelische Arbeitsstätte für Erziehungswissenschaft gegründet, um die Eigenständigkeit pädagogischen Denkens zu wahren. Das kirchliche Schulwort von 1958 etablierte das Prinzip der Freiheit und verbot weltanschauliche Bevormundung, wobei die Kirche ihre Rolle neu definierte. Liselotte Corbach entwickelte das Konzept des "Dolmetschens" zwischen biblischen Texten und Schülern, unterstützt durch Bilddidaktik, und forderte eine kindgerechte Auslegung, die existentiell relevant wird. Hans Stock verband den Verkündigungsbegriff mit dem Auslegungsbegriff und betonte, dass Schüler im Religionsunterricht als Subjekte im Blick sein müssen. Corbachs themenorientierte Weiterentwicklung reagierte auf die Aufbruchsbewegungen von 1968, indem aktuelle Themen mit biblischen Inhalten verbunden wurden. Der hermeneutische Religionsunterricht versteht sich als gewissenhafte Auslegung biblischer Texte, die einen existentiellen Bezug für Schüler ermöglicht, ohne kirchliche Propaganda zu betreiben. Die katholische Religionspädagogik rezipierte später ebenfalls hermeneutische Grundkonzepte.

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