Der Artikel von Axel Wiemer analysiert das Verhältnis zwischen Kindertheologie und Bibeldidaktik. Zentral ist die Idee eines dialogischen Ansatzes, bei dem sowohl Lernende als auch biblische Texte als eigenständige Gesprächspartner verstanden werden. Das Tübinger Modell der Elementarisierung bietet dabei einen analytischen Rahmen, der zwischen elementaren Zugängen (Perspektive der Schüler) und elementaren Strukturen (Perspektive der Bibel) unterscheidet. Der Autor differenziert zwischen Bibelwissen als grundlegende Kenntnis biblischer Inhalte und Sprachformen einerseits und der Kompetenz zur eigenständigen Bibelauslegung andererseits. Während Bibelwissen der Vermittlung elementarer Strukturen zugeordnet wird, verortet sich die Deutungskompetenz im Zentrum der wechselseitigen Erschließung. Konkrete Beispiele aus Kindererzählungen zeigen sowohl gelungene Deutungen als auch Fälle, in denen Unterstützung notwendig ist. Besondere Aufmerksamkeit wird auf Kinderfragen gerichtet, die oft tiefere theologische Einsichten widerspiegeln, als zunächst erkennbar. Der Artikel behandelt drei Dimensionen von Kindertheologie: Theologie von Kindern, Theologie für Kinder und Theologisieren mit Kindern. Dabei wird Theologie für Kinder als entscheidende Quelle für das Theologisieren mit Kindern hervorgehoben, da sie sowohl die sachgerechte Präsentation biblischer Texte als auch die Unterstützung beim Aufbau von Deutungskompetenz umfasst. Insgesamt plädiert der Autor für eine Balance zwischen biblischer Alphabetisierung und hermeneutischer Herausforderung, um eine angemessene kindertheologische Bibeldidaktik in der Grundschule zu ermöglichen.