Der Artikel analysiert König David als zentrale Gestalt alttestamentlicher Erzählungen und untersucht sein didaktisches Potenzial für den Religionsunterricht. Die historische Existenz Davids ist archäologisch belegt, doch wird sein historischer Gehalt kontrovers diskutiert: Während David wahrscheinlich ein Häuptling eines Stammesverbands war, beschreiben die biblischen Texte ein Großreich, das archäologisch nicht nachweisbar ist. Die Erzählungen sind später erweitert worden und spiegeln die Selbsterkenntnis und Hoffnungen ihrer Zeit wider, insbesondere die Erwartungen des südlichen Juda nach dem Untergang des Nordreichs. Politisch dienten die Davidgeschichten dazu, die ehemalige Nordreich-Bevölkerung zur Identifikation mit Juda einzuladen und die Expansionsbestrebungen König Joschijas zu legitimieren. Religiös vermittelten sie die Verbindung zwischen David und dem Jerusalemer Tempel. Für den Religionsunterricht besonders bedeutsam ist die Darstellung Davids als Idealking, der gerecht, fair und aufrichtig sein sollte, aber auch mit Schwächen und Schuld konfrontiert wird. Dies zeigt seine menschliche Seite und seine Angewiesenheit auf Gottes Gnade. Die Verbindung zwischen Daviderzählungen und Psalmen vertieft dieses Bild durch die Innenperspektive: David als Mann des Gebets und des Gottvertrauens besonders in schwierigen Situationen. Die Psalmen prägen auch das Bild Davids in der Kunstgeschichte und Schulbüchern als König mit Harfe. Aus Davids Geschichte entwickelt sich schließlich die messianische Erwartung eines zukünftigen Gesalbten, die im Neuen Testament zur Christologie führt und Jesus als Sohn Davids identifiziert.