Der Artikel von Sabine Pemsel-Maier analysiert den Begriff 'Konfession' in seiner historischen Entwicklung und gegenwärtigen Relevanz für die Religionspädagogik. Ausgehend von der Begriffsgeschichte (confessio = Bekenntnis) zeigt der Autor, wie sich die Begriffe 'evangelisch', 'katholisch' und 'orthodox' durch Kirchenspaltungen vom ursprünglichen Sinne zu Konfessionsbezeichnungen entwickelt haben. Zentral ist die These, dass Konfessionen nicht primär Abgrenzungen darstellen, sondern konkrete Gestalten gelebten christlichen Glaubens in ihrer Vielfalt (Liturgie, Frömmigkeitsformen, Kirchenraum, Rituale). Der Artikel betont die Spannung zwischen konfessioneller Differenzierung und zugrunde liegender christlicher Einheit: Konfessionelle Identität existiert nicht ohne die christliche Identität und umgekehrt. Im Sinne der Ökumene wird 'Einheit in Vielfalt' als Ziel definiert, wobei Konfessionen nicht überwunden, sondern bewahrt werden sollen. Die Typisierung konfessioneller Merkmale (z.B. katholische Verleiblichung vs. evangelisches solus-Prinzip) wird als heuristisch wertvoll, aber problematisch kritisiert, da sie Binnendifferenzierungen überlagern kann. Empirische Befunde zeigen, dass Schüler in Deutschland konfessionelle Unterschiede erleben, ohne dabei ein explizites Konfessionsbewusstsein zu entwickeln. Der Artikel argumentiert für den Mehrwert konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts, der sowohl Konfessionalität als auch ökumenische Offenheit fördert.