Der Artikel untersucht das Konzept des Lebens als zentrale Dimension religiöser Bildung an Schulen und in kirchlichen Kontexten. Religiöse Bildung wird als Prozess verstanden, der das Leben als Beziehungsgeschehen zwischen Gott und Mensch deutet und damit Orientierungsmöglichkeiten für verantwortliche Lebensgestaltung bietet. Der Artikel identifiziert existenzielle Erfahrungen wie Geburt, Krankheit, Tod und Liebe als bildungsrelevant und betont ihre Präsenz im Religionsunterricht. Ethische Herausforderungen am Lebensanfang und Lebensende, sowie gesellschaftliche Krisen wie Corona, #Black Lives Matter und Fridays for Future werden als aktuelle Kontexte religiöser Bildung analysiert. Die Digitalisierung und künstliche Intelligenz werfen neue Fragen zu Lebensbegriffsbestimmungen auf. Der Artikel skizziert historische Perspektiven von der antiken Philosophie über scholastische bis zur neuzeitlichen Auffassung von Leben. Dabei wird gezeigt, dass sich der Lebensbegriff vom metaphysischen Verständnis hin zu naturwissenschaftlichen Erklärungsmustern verschoben hat. Durchgehend betont der Artikel die Notwendigkeit eines kritischen, visionären und utopischen Elements in der religiösen Bildung, das gegenwärtige Lebensverhältnisse hinterfragt und transformative Möglichkeiten eröffnet.