Der Artikel analysiert die multidimensionale Bedeutung von Leib und Körper in der christlichen Theologie, die sich auf anthropologischer, christologischer, sakramententheologischer, ekklesiologischer und eschatologischer Ebene manifestiert. Besonders hervorzuheben ist das antidualistische Verständnis der leibseelischen Einheit der Person und das Auferstehungsmotiv, das sich gegen platonische Unsterblichkeitslehren abgrenzt. In der Religionspädagogik findet das Thema Leib/Körper bislang wenig explizite Aufmerksamkeit, sondern wird eher implizit in Kontexten von Affektivität, Gender und Performanz behandelt. Der Artikel systematisiert philosophische Positionen zum Leib-Seele-Problem: Dualismus, Hylemorphismus und verschiedene Formen des Monismus. Zusätzlich werden leibphänomenologische Ansätze dargestellt, die zwischen erlebtem Leib und objektivem Körper unterscheiden, sowie kognitionstheoretische Theorien der Verkörperung (4E-cognition). Konstruktivistische Körpertheorien werden als bedeutsam für das Verständnis diskursiver Körpererzeugung erörtert, besonders hinsichtlich Geschlecht und Körperpraxen. Die Theologie hat diese philosophischen Bestimmungen aufgegriffen, besonders in Form des Hylemorphismus und zeitgenössischer analytischer Theologie, um eine antidualistische theologische Anthropologie zu formulieren.