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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftTanja Gojny

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Tanja Gojny

Medienarbeit aktive

Veröffentlichung:1.5.2026

Aktive Medienarbeit ist ein medienpädagogischer Ansatz, bei dem Heranwachsende selbst Medien wie Film, Video oder Fotografie produzieren, um ihre Lebenswelt zu reflektieren und zu gestalten. Sie wird als "Königsweg" der Medienpädagogik betrachtet, da sie Kreativität fördert, kritisches Medienverständnis entwickelt und zur gesellschaftlichen Teilhabe beiträgt. Der Artikel beschreibt die theoretischen Grundlagen, historischen Wurzeln seit den 1920er Jahren und zentrale Lernziele dieses Ansatzes. Dabei wird auch deutlich, dass zwischen idealistischen Ansprüchen und schulischer Praxis oft eine Kluft besteht.

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Der Artikel analysiert aktive Medienarbeit als handlungsorientierte medienpädagogische Methode, bei der Heranwachsende selbstständig Medien wie Druck, Fotografie, Film oder Video produzieren und dabei zu mündigem, kritischem Medienumgang befähigt werden. Das Konzept hat tiefe historische Wurzeln, die auf sowjetische Filmexperimente der 1920er Jahre, die Arbeiterradiobewegung und medienkritische Theorien von Brecht, Benjamin und Enzensberger zurückgehen. Nach Fred Schell verfolgt aktive Medienarbeit fünf Zielperspektiven: Stärkung von Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit durch reflexive Selbstwahrnehmung, Exploration der Lebenswelt und Eröffnung neuer Erfahrungsräume, Herstellung von Gegenöffentlichkeit und Artikulation eigener Interessen, Durchschauung von Medienproduktionsmechanismen sowie Erkenntnisgewinnung für Pädagogen und Forschung. Zentrale Lernprinzipien sind handelndes Lernen, exemplarisches Lernen und interaktionales Gruppenlernen mit Lebenswelt-, Subjekt- und Tätigkeitsorientierung. Der Artikel betont jedoch die Diskrepanz zwischen emanzipatorischen Idealzielen der Theorie und praktischer Umsetzung, wo oft Spaß im Vordergrund steht und kritisches Medienverständnis untergeordnet bleibt. Während Videoarbeit als "Königsweg des Königsweges" gilt, bleiben andere Medienformen wie Schülerzeitungen konzeptionell unterbelichtet. Jüngere Entwicklungen wenden den Ansatz auch auf Grundschul- und Vorschulkinder an, wobei kleine Kinder aufgrund ihrer Aufmerksamkeitsspanne skeptischer bewertet werden.

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