Dieser Artikel aus dem WiReLex behandelt die religionspädagogische Vermittlung von Mönchtum und Klosterleben im schulischen Kontext. Heidrun Dierk argumentiert, dass direkter Kontakt jugendlicher Schüler mit realen Klöstern selten ist, weshalb mediale Vermittlungen durch Spielfilme, Dokumentationen und Computerspiele an Bedeutung gewinnen. Der Artikel identifiziert wesentliche Aspekte des monastischen Ideals: Weltentsagung durch Askese, Arbeit als Lebensprinzip (ora et labora), Balance zwischen Gemeinschaft und Isolation, sowie die Imitation Christi als Vorbild für andere Christen. In einem innovativen Vergleich zeigt Dierk, wie die Jedi-Ritter aus Star Wars grundlegende Züge des abendländischen Monastizismus aufweisen, was deren didaktisches Potenzial unterstreicht. Der historische Teil beleuchtet die Entwicklung des Mönchtums: von der östlichen Eremiten-Tradition über die westliche Rezeption durch Benedikt von Nursia (6. Jahrhundert), dessen Regula Benedicti klösterliche Struktur und Ordnung schuf. Die karolingischen Reformen unter Ludwig dem Frommen vereinheitlichten die Ordenspraxis. Die cluniazensische Reform des 10. Jahrhunderts betonte liturgische Strenge und kirchliche Unabhängigkeit, während die Zisterzienser (ab 12. Jahrhundert) Handarbeit und Landerschließung priorisierten. Der Artikel berücksichtigt auch die Entwicklung des weiblichen Monastizismus mit Doppelklöstern und selbstständigen Frauenklöstern, deren wirtschaftliche und soziale Bedeutung trotz klerikaler Abhängigkeit erheblich war.