Der Artikel definiert ökologische Ethik als Reflexion normativer Fragen des Mensch-Natur-Verhältnisses und behandelt alternative Begrifflichkeiten wie Umwelt-, Natur- oder Schöpfungsethik. Die Entstehung dieser Disziplin wird auf Debatten der 1970er Jahre über Wachstumsgrenzen und Atomenergie zurückgeführt. Nachhaltigkeit entwickelt sich zum zentralen Leitprinzip, das ökologische, soziale und ökonomische Dimensionen integriert und in internationalen Dokumenten wie der Agenda 21 und den Sustainable Development Goals verankert ist. Der Artikel dokumentiert, dass die planetaren Grenzen erreicht sind, exemplifiziert durch den anthropogenen Klimawandel mit Temperaturanstieg von 0,85 Grad Celsius seit 1900 und selbstverstärkenden Mechanismen wie dem Verlust arktischen Meereises. Ein zweites Schwerpunktthema ist der rasante Biodiversitätsverlust mit bis zu 35.000 Arten pro Jahr, der das sechste Massenaussterben der Evolutionsgeschichte darstellt. Bevölkerungsumfragen zeigen ein hohes Problembewusstsein für Klima- und Umweltschutz, doch eine signifikante Lücke zwischen Bewusstsein und persönlichem Engagement. Das Nachhaltigkeitsbewusstsein wird theoretisch als Verständnis planetarer Grenzen und Gefährdung von Lebensbedingungen definiert. Zentrale Forderungen sind eine grundlegende Transformation von Mobilität, Produktion, Konsum und Ernährung in Richtung einer postfossilen Weltwirtschaft.