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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftAntje Roggenkamp

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Antje Roggenkamp

Orte historische

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel untersucht die didaktische Bedeutung historischer Orte für die Religionspädagogik. Historische Orte wie Kirchen, Klöster oder Pilgerstätten erschließen sich nicht unmittelbar, erfordern aber besondere Erklärungsanstrengungen, um ihre Relevanz für Gegenwart und Identitätsbildung verständlich zu machen. Der Text unterscheidet verschiedene Arten historischer Orte und zeigt, wie sie zur Auseinandersetzung mit kultureller Identität, kollektivem Gedächtnis und gefährlichen Erinnerungen beitragen. Besonders Wallfahrtsorte und Pilgerorte spielen eine wichtige Rolle in der christlichen Frömmigkeitstradition, wurden aber durch die Reformation grundlegend transformiert.

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Der Artikel behandelt die pädagogische Erschließung historischer Orte im Kontext der Religionsdidaktik. Die zentrale These besagt, dass historische Orte ihre ursprüngliche Bedeutung im Laufe der Geschichte verloren haben und daher einer besonderen didaktischen Begründung für Kinder und Jugendliche bedürfen. Der Autor argumentiert, dass solche Orte zur Selbstverständigung über die eigene kulturelle Identität, zum Verständnis gegenwärtiger Alltagswelten und zum Umgang mit kollektiven Erinnerungen unerlässlich sind. Der Artikel unterscheidet mehrere Kategorien: Historische Orte im engeren Sinne (Klöster, Kirchen, Pestkreuze), Wallfahrts- und Pilgerorte, virtuelle Orte, Erinnerungsorte und Personengedenkstätten. Bei den historischen Orten werden vier größere Kategorien differenziert: Orte großer Geschichte, historische Stätten (Kirchen und Klöster), lokal bedeutsame Orte und unsichtbar gewordene Orte. Wallfahrts- und Pilgerorte wie Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela entstanden aus jüdischen Traditionen und prägten die christliche Volksfrömmigkeit über Jahrhunderte. Die Reformation führte zu einer theologischen Kritik der Wallfahrten und Heiligenverehrung, wobei Luther, Calvin und Zwingli diese Praktiken ablehnten. Trotzdem persistierten solche Formen der Volksfrömmigkeit lokal. Virtuelle Orte imitieren reale Wallfahrtsorte und ermöglichen eine Art Ersatz-Pilgerfahrt im eigenen Kulturraum, wie das Beispiel des Nürnberger Kreuzwegs zeigt. Der Artikel hebt hervor, dass kirchengeschichtliche Inhalte auch gefährliche Erinnerungen transportieren und damit zur kritischen Reflexion von Selbstverständlichkeiten einladen.

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