Hans-Bernhard Petermann erörtert in seinem Artikel die Methoden des Philosophierens mit Kindern (PhmK) als elementare Form des philosophischen Denkens, nicht als vereinfachte Vermittlung philosophischer Inhalte. Er argumentiert, dass Philosophie als Denken des Denkens keine von ihren Inhalten unabhängigen Methoden haben kann, da Denken sowohl Gegenstand als auch Form der Philosophie ist. Dies führt zu einer komplexen Herausforderung bei der Vermittlung: Viele schulische Unterrichtswerke vermischen undifferenziert verschiedene Konzepte wie Denk-Formen, Arbeitstechniken, Medien und Räume. Der Artikel differenziert diese Begriffe und skizziert eine strukturierte Vorgehensweise für PhmK in vier aufeinander aufbauenden Phasen, die sich an Kants Philosophie-Vorschriften orientieren. Erstens muss philosophische Fragestellung lebensweltlich verankert sein und die Beteiligten wirklich angehen. Zweitens sollte mit einem ästhetischen oder emotionalen Impuls beginnen, der zum Erstaunen und aktiven Sich-Wundern führt, was Kant als notwendige Basis des Selberdenkens betont. Drittens erfolgt die entscheidende dialogische Auseinandersetzung, wobei Sprechen als philosophische Arbeitstechnik durch strukturierende Fragen und Impulse gestaltet wird. Viertens werden Erkenntnisse schriftlich oder bildlich dokumentiert und Schlüsselbegriffe geklärt. Der Autor versteht diese Arbeitstechniken des Lesens, Sprechens und Schreibens als fundamentale Kulturtechniken, die spezifisch philosophisch zu entfalten sind. Abschließend werden die drei großen Gebiete der Philosophie (Theoretisches, Praktisches, Transzendierendes) für die Arbeit mit Kindern diskutiert, wobei praktische Fragen als besonders zugänglich gelten, aber auch theoretische Fragen jüngere Kinder stark interessieren.