Der Artikel widmet sich den zugelassenen Lehrwerken für den katholischen Religionsunterricht in der Sekundarstufe I in Deutschland. Der Autor analysiert die Situation des Schulbuchmarktes für Religionsbücher, die durch begrenzte Angebote, unterschiedliche regionale Zulassungen und doppelte Zulassungsverfahren (kirchlich und staatlich) gekennzeichnet ist. Der Markt ist in den letzten Jahren kleiner und uniformer geworden, was Verlage wirtschaftlich vor Herausforderungen stellt. Glunz erklärt, dass eine valide Bewertung von Religionsbüchern schwierig ist, da der tatsächliche Unterrichtseinsatz stark variiert und von der individuellen Lehrkraftgestaltung abhängt. Er betont die Notwendigkeit, Religionsbücher im Kontext ihrer Entstehungsbedingungen zu verstehen, einschließlich wirtschaftlicher Zwänge, Lehrplanvorgaben und Zulassungsverfahren. Der methodische Zugang des Artikels kombiniert die Analyse der Selbstauskunft der Lehrwerke mit einer vorsichtigen Bewertung ihrer konstitutiven Elemente (Bilder, Texte, Aufgaben). Der Autor nutzt das Stichtagverfahren zur Auswahl von Lehrwerkreihen, die in mehreren Bundesländern zugelassen sind, um ein repräsentatives Bild zu gewährleisten. Dabei wird deutlich, dass die deskriptive Erfassung der Lehrwerke Vorrang vor normativ-wertenden Urteilen hat. Der Artikel diskutiert auch inhaltliche Bewertungskriterien, die theologisch fundiert sein müssen, was in kontroversen theologischen Diskursen jedoch nur schwer neutral zu leisten ist. Die exemplarische Vorstellung der Lehrwerkreihe 'Leben gestalten' zeigt, wie moderne Religionsbücher ihre didaktischen Konzeptionen strukturieren, etwa durch Bildeinstiege, Aktivierungsphasen und differenzierende Abschlussseiten. Insgesamt leistet der Artikel eine systematische und reflektierte Analyse der aktuellen Situation von Religionsbüchern, ohne dabei simplifizierende Urteile zu fällen.