Der Artikel definiert Schulgottesdienste als religiöse Feiern, deren Teilnehmende mit der Institution Schule verbunden sind. Eine scharfe Abgrenzung zu Schulandachten und Schülergottesdiensten ist aufgrund überlappender Kriterien schwierig; daher wird Schulgottesdienst als übergeordneter Begriff verwendet. Der Text weist auf terminologische Besonderheiten hin, etwa die problematische Verwendung von "multi- oder interreligiösen" Schulgottesdiensten, da dies islamischen Perspektiven nicht gerecht wird. Schulgottesdienste werden nach drei Grundformen kategorisiert: außergewöhnliche Anlässe, biographische Schwellensituationen und Jahresrhythmen. Sie finden in unterschiedlichen Räumen statt – schulintern, auf Schulgelände oder in Kirchen – und werden von verschiedenen Akteuren geleitet, was den institutionellen Bezug zur Kirche oder Schule widerspiegelt. Die liturgische Gestaltung ähnelt oft Zielgruppengottesdiensten und ist überwiegend ökumenisch ausgerichtet. Die Teilnehmendenzahlen variieren erheblich je nach Schulform und Attraktivität des Angebots. In Deutschland und Europa zeigen sich deutliche Unterschiede in der Schulgottesdienst-Tradition und deren gesellschaftlicher Akzeptanz. Der zentrale theoretische Befund ist die Charakterisierung von Schulgottesdiensten als Zwischenräume zwischen Kirche und Schule, zwischen Institution und Individuum sowie zwischen öffentlich und nicht-öffentlich.