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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftMichael Fricke

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Michael Fricke

Sexualität Bibeldidaktisch

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt die bibeldidaktische Vermittlung von Sexualität im evangelischen und katholischen Religionsunterricht für Jugendliche. Er erläutert grundlegende Konzepte der Sexualpädagogik und sexuellen Bildung, zeigt die historische Entwicklung verschiedener sexualpädagogischer Ansätze auf und beleuchtet die Spannung zwischen konservativen und emanzipatorischen Perspektiven. Der Artikel präsentiert sowohl skeptische Bedenken als auch Argumente dafür, warum Sexualität im Religionsunterricht thematisiert werden sollte, und verweist auf aktuelle wissenschaftliche Ansätze zur Gestaltung dieses sensiblen Themas.

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Der Artikel von Michael Fricke analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen der bibeldidaktischen Behandlung von Sexualität im Religionsunterricht für Jugendliche. Sexualität wird als mehrdimensionales Phänomen beschrieben, das positive Aspekte (Identität, Beziehung, Lust) ebenso umfasst wie destruktive Potenziale (Missbrauch, Gewalt) und von biologischen, psychologischen, sozialen und kulturellen Faktoren beeinflusst wird. Der Artikel unterscheidet zwischen Sexualpädagogik, Sexualerziehung und sexueller Bildung und skizziert deren historische Entwicklung vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart, die von verschiedenen Schwerpunkten geprägt war (Restriktion, Emanzipation, Aufklärung, Prävention, Bildung). Breiter Konsens besteht beim Ziel des selbstbestimmten und verantwortungsvollen Umgangs mit Sexualität, wobei inhaltlich zwischen (neo-)konservativen und (neo-)emanzipatorischen Ansätzen zu unterscheiden ist. Empirische Daten zeigen, dass Jugendliche in Deutschland Sexualaufklärung erhalten, romantische Beziehungen entwickeln und die physiologischen Aspekte der Geschlechtsentwicklung durchlaufen. Als Entwicklungsaufgaben gelten der verantwortungsvolle Umgang mit Sexualität, die Einbindung in soziale Bindungen und die Integration in das Selbstverständnis. Der Artikel präsentiert dann grundlegende Spannungen: Wie lässt sich Sexualität im Unterricht thematisieren, ohne Sexualisierung zu fördern? Wie können Minderheitsperspektiven einbezogen werden, ohne Mehrheitstraditionen zu delegitimieren? In der wissenschaftlichen Religionspädagogik werden skeptische Einwände vorgebracht, etwa zur Leib- und Sexualitätsfeindlichkeit der Kirchengeschichte, zum Relevanzverlust kirchlicher Positionen, zur mangelnden konzeptualisierten kirchlichen Sexualbildung und zur Gefahr der Grenzüberschreitung im Unterricht. Demgegenüber sprechen Argumente für eine Thematisierung dafür, dass Christen ihre Sexualität glaub(haft) leben, das Thema für Jugendliche hohe Relevanz hat, christliche Werte wie Liebe und Achtsamkeit Orientierungspotential bieten, und dass kritische Auseinandersetzung mit repressiven Texten Urteilsfähigkeit entwickelt.

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