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Mirjam ZimmermannWiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft

Mirjam Zimmermann,

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft

Sünde Schuld

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt die theologischen Begriffe Sünde und Schuld als zwei Seiten einer Medaille, die sich voneinander unterscheiden lassen. Während Schuld die konkrete Erfahrung menschlichen Fehlverhaltens bezeichnet, ist Sünde ein theologischer Reflexionsbegriff, der auf eine tiefere existenzielle Verfehlung in der Beziehung zu Gott hinweist. Der Artikel zeigt auf, wie sich das Verständnis von Sünde und Schuld in modernen pluralistischen Gesellschaften gewandelt hat und wie diese Themen religionspädagogisch im Unterricht vermittelt werden können. Er untersucht die biblischen Konzepte in Altem und Neuem Testament sowie deren systematisch-theologische Deutung.

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Mirjam Zimmermanns Artikel analysiert die theologischen Kategorien Sünde und Schuld als zentrale, aber unterschiedliche Konzepte der christlichen Anthropologie. Schuld wird als konkrete Erfahrung menschlichen Fehlverhaltens verstanden, während Sünde ein theologischer Reflexionsbegriff darstellt, der auf existenzielle Verfehlung verweist. Im Alten Testament werden Sünde und Schuld oft nicht klar distinkt behandelt; die semitische Sprachwurzel verweist auf menschliches Fehlverhalten, das die gottgegebene Ordnung der Gemeinschaft stört, wobei Vergebung allein Gott vorbehalten bleibt. Das Neue Testament kennt mehrere Sündenkonzepte: Bei Matthäus und Lukas dominiert das Verständnis konkreter ethisch-moralischer Verfehlung im Plural, während Johannes Sünde als Unglauben und strukturelle Gottlosigkeit versteht. Paulus entwickelt ein existenzielles Verständnis von Sünde als jeder menschlichen Existenz vorausgehende Macht mit struktureller Dimension, in die der Mensch verstrickt ist, ohne sie selbst verursacht zu haben. Der Artikel konstatiert, dass modernes Schuldbewusstsein in pluralistisch-libertären Kulturen abnimmt, gleichzeitig aber neue Phänomene der Sündigung wie Hochmut, Gier und Lüge sowie neue Schuldgefühle entstehen. Die religionspädagogische Vermittlung dieser Themen im Unterricht muss die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen berücksichtigen und didaktisch neu gestaltet werden.

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