Der Artikel stellt die Kommunität von Taizé dar, eine ökumenische Ordensgemeinschaft, die 1940 von dem reformierten Pfarrer Roger Schutz gegründet wurde und sich durch die Vereinigung evangelischer und katholischer Brüder aus über 50 Nationen auszeichnet. Die Gemeinschaft setzte sich bereits während des Krieges für Versöhnung ein, indem sie Juden und später deutsche Kriegsgefangene aufnahm. Mit dem Wachstum der Besucherzahlen entstand 1961/1962 die Versöhnungskirche als Symbol der deutsch-französischen Versöhnung. Das erste planmäßige Jugendtreffen 1966 markierte den Beginn einer Bewegung, die 1974 mit dem Konzil der Jugend ihren Höhepunkt erreichte und 40.000 Teilnehmende anzog. Die Lernchancen für Jugendliche entstehen durch täglich geleitete Bibelarbeiten, die Hermeneutik mit Alltagsbezug vermitteln, durch internationale Gesprächsgruppen mit hohem Vertrauenspotential und durch gemeinsame Arbeit, die Solidarität und Gemeinschaftsfähigkeit fördern. Der bewusst einfache Lebensstil ermöglicht vielen Jugendlichen, existentielle Erfahrungen über Notwendigkeit und Verzicht zu machen. Nach Rogers Tod 2005 führt Frère Alois Löser die Gemeinschaft als Zeichen ihrer Kontinuität und Zukunftsorientierung weiter.