Der Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Taufe als eines der ältesten christlichen Rituale und zentrales Sakrament der Protestanten, Katholiken und Orthodoxen. Die Taufe wird auf den Namen der Dreifaltigkeit gespendet und verbindet den Täufling mit Christus sowie mit der Kirche; sie ist einmalig und nicht wiederholbar. Historisch lässt sich die christliche Taufe auf die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer zurückführen, wobei die urchristliche Gemeinde nach Pfingsten damit begann, andere zu taufen. Neutestamentlich grundlegend für die Taufe sind vier Kennzeichen: Niemand tauft sich selbst, die Taufe erfolgt auf den Namen Jesu Christi, Wasser ist das Kernelement, und mit ihr beginnt das neue Leben als Christ. Die urchristliche Taufe war inklusiv und egalitär und wurde Männern, Frauen, Freien und Unfreien zuteil. Theologisch zentral ist die Teilhabe am erlösenden Lebensgeschick Jesu sowie damit verbundene Deutungen wie Sündenvergebung, Gabe des Heiligen Geistes und Wiedergeburt. Die Entwicklung der Tauforte verlief von unspezifischen Wasserorten über spezialisierte Baptisterien zu Taufsteinen in Kirchenräumen. Im Neuen Testament wird eine Einführung in christliche Glaubensinhalte zur Taufe erwähnt, wobei der genaue Umfang und die systematische Gestaltung einer Katechese nicht explizit ausgeführt werden. Moderne Taufdaten zeigen seit Jahren einen deutlichen Rückgang, der Forschende auf sinkende Geburtenraten und abnehmende Selbstverständlichkeit der Taufe zurückführen.