Der Artikel bietet eine umfassende Analyse des Todesverständnisses unter verschiedenen Dimensionen. Naturwissenschaftlich wird der Tod durch Nonfunktionalität, Irreversibilität, Universalität und Kausalität definiert. Die Fähigkeit, über den eigenen Tod nachzudenken, ist existenziell bedeutsam und wird durch Faktoren wie Alter, Gesundheit und Glaubenshaltungen beeinflusst. Alle Religionen entwickeln spezifische Eschatologien und Nachtodesvorstellungen, die jedoch Glaubenstatsachen darstellen. Der Artikel kritisiert die Romantisierung vormoderner Sterbepraktiken und zeigt auf, dass sich institutionelle Rahmenbedingungen durch Palliativmedizin und Hospize verbessert haben. Während der direkten Konfrontation mit Leichen abnimmt, werden junge Menschen medial intensiv mit Tod konfrontiert. Gegenwärtig dominiert eine Pluralisierung und Individualisierung von Todesvorstellungen sowie Bestattungspraktiken, erkennbar an neuen Formen wie anonymen Beisetzungen, Ruhewäldern und digitalen Gedenkräumen. Im Alten Testament wird die Totenwelt Scheol erwähnt, während echte Auferstehungshoffnungen erst spät erscheinen. Das Neue Testament steht in jüdischer Tradition und betont Jesu Auferstehung als zentral für das christliche Todesverständnis. In der Religionspädagogik spiegelt sich die Individualisierung wider, während klassische eschatologische Motive wenig Beachtung finden.