Der Artikel von Steffi Fabricius bietet eine umfassende Analyse des zeitgenössischen Transhumanismus im religionspädagogischen Kontext. Transhumanismus wird definiert als die befürwortete Nutzung moderner Wissenschaften und Technologien zur kontrollierten Veränderung der menschlichen Natur mit dem Ziel der Entstehung des Posthumanen, wobei Prinzipien der Selbstoptimierung und Technologisierung zentral sind. Der Artikel dokumentiert die kulturelle Präsenz transhumanistischer Ideen in Film, Literatur und Populärkultur (Avatar, Black Mirror, Terminator) und zeigt ihre wachsende gesellschaftliche Relevanz durch transhumanistische Parteigründungen seit 2014. Theologisch berührt Transhumanismus fundamentale Fragen zur Imago Dei, zur Sünde, Erlösung und Körperlichkeit, weshalb eine religionspädagogische Auseinandersetzung im Schulkontext notwendig ist. Die historischen Wurzeln reichen über Julian Huxleys Prägung des Begriffs 1957 hinaus bis zu 19.-Jahrhundert-Denkern wie Feuerbach, Marx und Nietzsche sowie antiken und humanistischen Vordenkern. Der oder die Transhumane wird als Übergangswesen zwischen Mensch und dem posthumanen Zustand verstanden, das bereits technologisch erweiterte Fähigkeiten besitzt. Bedeutende gegenwärtige Vertreter wie Nick Bostrom, Ray Kurzweil und Hans Moravec prägen die philosophische und technologische Debatte. Der Artikel stellt zentrale Konzepte wie Human Enhancement, Mind Uploading und Singularität dar und kontextualisiert Transhumanismus innerhalb evolutionsbiologischer Denktradition. Religionspädagogisch werden kritische Fragen aufgeworfen zur Vollkommenheit der Schöpfung, zur Rolle des Menschen als Mit-Schöpfer Gottes und zur existenziellen Bedeutung von Körperlichkeit in einer posthumanen Zukunft.