Didaktisch eignet sich das Medium besonders für einen handlungsorientierten, differenzierten und reflektierenden Religionsunterricht. Die Arbeitshilfe ermöglicht eine altersgerechte Auseinandersetzung mit den Themen Leiden, Schuld, Angst, Hoffnung, Tod und Auferstehung. Die Lernenden setzen sich nicht nur mit biblischen Texten auseinander, sondern arbeiten mit Bildern, Symbolen, Zeichnungen, Gesprächsanlässen und kreativen Aufgaben. Besonders wertvoll ist die Verbindung von emotionalem Lernen und theologischer Reflexion. Die Lernenden betrachten Kreuzwegdarstellungen, beschreiben Gefühle und Perspektiven der beteiligten Personen und reflektieren eigene Erfahrungen mit Leid, Ungerechtigkeit oder Hilfsbereitschaft. Die Materialien fördern Wahrnehmung, Empathie und sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Methodisch bietet das Medium vielfältige Möglichkeiten zur Differenzierung. Arbeitsaufträge werden in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen angeboten und ermöglichen individuelles Lernen entsprechend der Fähigkeiten der Lernenden. Besonders innovativ ist die sogenannte Lupe als didaktisches Werkzeug. Durch das gezielte Betrachten einzelner Bildausschnitte lernen die Kinder, genau hinzusehen und Details bewusst wahrzunehmen. Dadurch entstehen intensive Gesprächsanlässe und vertiefte Bilderschließungen. Die Materialien eignen sich für Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit sowie für Stationenlernen oder Projektunterricht. Lehrkräfte können einzelne Bausteine flexibel auswählen oder eine umfassende Unterrichtsreihe gestalten. Besonders sinnvoll erscheint die Verbindung mit meditativen Elementen, Stilleübungen, Musik, Gebeten oder einem gemeinsam gestalteten Kreuzweg im Schulgebäude oder Kirchenraum. Darüber hinaus eröffnet das Medium Möglichkeiten für inklusiven Unterricht, da Aufgaben qualitativ und quantitativ differenziert gestaltet sind und verschiedene Zugänge zum Lernen ermöglichen. Die Arbeitshilfe unterstützt die Lernenden dabei, zentrale Aussagen des christlichen Glaubens zu verstehen und einen persönlichen Zugang zur Passions und Osterbotschaft zu entwickeln.
Der Einstieg gelingt über ein Bild aus der Verhandlung Jesu. Dieses wird auf Seite 19 analysiert und beschrieben. Es wird ein Detail herausgegriffen und nachgezeichnet. Details können z. B. die geringe Beteiligung der Beobachter des Prozesses oder der gefesselte demütige Sohn Gottes sein, der allein in der Ecke steht. Ein Richter zeigt anklagend auf ihn. Auch dieser Fingerzeig kann ausgewählt werden. Dasselbe Arbeitsblatt liegt drei Mal in Folge vor. Die drei unterschieden sich durch die Schwierigkeitsstufe. Die nächsten drei Bilder behandeln in Schwierigkeitsgraden die Freilassung des Räubers Barnabas und damit Jesu Verurteilung zum Tode. Auch hier werden Details herausgegriffen und nachgezeichnet. In einem weiteren Schritt, dem zweiten Praxisteil, wird über ein Material die Neugestaltung des Kreuzweges in Gruppenarbeit angeregt. Auch hier sind drei Niveaustufen angelegt.
Ein zentrales Material sind die Kreuzwegstationen mit Bildern und Beschreibungen der einzelnen Stationen. Die Lernenden betrachten die Darstellungen von Jesu Leidensweg und lernen die wichtigsten Stationen vom Todesurteil bis zur Auferstehung kennen. Im Unterricht werden die Bilder beschrieben, Gefühle benannt und Zusammenhänge zwischen den einzelnen Stationen hergestellt. Dadurch entwickeln die Lernenden Empathie und Verständnis für die Passionsgeschichte.
Das Medium enthält ausführliche Sachtexte zur Verurteilung Jesu, zum Synedrion und zu Pontius Pilatus. Die Lernenden erfahren, wie die Gerichtsverfahren zur Zeit Jesu abliefen und welche Rollen die beteiligten Personen hatten. Im Unterricht werden diese Inhalte gemeinsam besprochen, vereinfacht erklärt und mit Fragen nach Schuld, Gerechtigkeit und Verantwortung verbunden. Die Lernenden setzen sich dabei mit schwierigen ethischen Fragen auseinander und vergleichen die Situationen mit Erfahrungen aus ihrem eigenen Alltag.
Besonders wichtig sind die drei großen Zeichnungen zu den Szenen „Jesu Prozess vor dem Synedrion“, „Die Zeugenbefragung“ und „Jesus und Barabbas vor Pilatus“. Die Lernenden betrachten die Bilder genau, beschreiben Personen, Gefühle und Körpersprache und entwickeln eigene Deutungen. Die Zeichnungen dienen als Gesprächsanlass und helfen den Lernenden, die biblischen Ereignisse anschaulich zu verstehen.
Zu jeder Zeichnung gehören differenzierte Arbeitsblätter in mehreren Schwierigkeitsstufen. Die Lernenden bearbeiten Aufgaben passend zu ihren Fähigkeiten. Sie beschreiben Bilder, formulieren Gedanken und Gefühle, beantworten Fragen oder argumentieren zu bestimmten Situationen. Dadurch wird individuelles Lernen ermöglicht und unterschiedliche Leistungsniveaus werden berücksichtigt.
Ein besonderes Material ist die sogenannte Lupe. Dabei wird eine ausgeschnittene Papierlupe verwendet, mit der einzelne Bildausschnitte genauer betrachtet werden können. Die Lernenden legen die Lupe beispielsweise auf Jesu Gesicht oder auf gefesselte Hände und konzentrieren sich bewusst auf kleine Details. Dadurch lernen sie genaues Beobachten und entwickeln vertiefte Wahrnehmung sowie intensive Gesprächsanlässe über Gefühle, Leid und Hoffnung.
Das Medium enthält Reflexionsaufgaben mit der Überschrift „Moment mal!“. Diese Aufgaben regen die Lernenden dazu an, eigene Gedanken, Fragen und Erfahrungen einzubringen. Im Unterricht entstehen dadurch Gespräche über Angst, Verrat, Ungerechtigkeit, Hilfsbereitschaft und Hoffnung. Die Lernenden verbinden biblische Inhalte mit ihrer eigenen Lebenswelt und entwickeln persönliche Zugänge zum Thema.
Für die Arbeit mit Kreuzwegen werden Fotografien zweier unterschiedlicher Kreuzwege aus Kirchenräumen eingesetzt. Die Lernenden vergleichen die Darstellungen, beschreiben Formen, Farben und Symbole und entdecken unterschiedliche Möglichkeiten religiöser Gestaltung. Dabei lernen sie Kirchenräume als Orte religiöser Ausdrucksformen kennen.
Die Materialien umfassen außerdem Aufgaben zur Bildmeditation und Kontemplation. Die Lernenden verweilen bewusst bei einzelnen Bildern oder Symbolen und drücken Gedanken und Gefühle aus. Solche ruhigen Unterrichtsphasen fördern Konzentration, Wahrnehmung und spirituelle Erfahrung.
Im Praxisteil werden kreative Aufgaben vorgeschlagen, bei denen die Lernenden eigene Kreuzwege gestalten. Dafür kommen Papier, Farben, Stifte, Scheren und weitere Bastelmaterialien zum Einsatz. Die Lernenden entwickeln eigene Bilder oder Symbole zu den Stationen und setzen sich kreativ mit der Passionsgeschichte auseinander. Dabei entstehen individuelle und gemeinschaftliche Ausdrucksformen des Glaubens.
Zusätzlich enthält das Medium Beispielaufgaben, Materialempfehlungen und Ausflugstipps zu besonderen Kreuzwegen. Dadurch können Lehrkräfte Unterrichtsgänge, Kirchenbesuche oder Projektarbeit planen. Die Lernenden erleben Kreuzwegdarstellungen außerhalb des Klassenraumes und entdecken religiöse Kunst im öffentlichen Raum.